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04. Juli 2022
Lab News, Media Trends

von Jessica Weber (Kommentare: 0)

Medien und Developer - eine Hochzeit mit Zukunftspotential

Foto: sudowoodo / Adobe Stock

Text: Jessica Weber

Der Technologieboom ist noch nicht in der Medienbranche verankert. Lange Zeit mangelte es an einer gemeinsamen Sprache und Früchte tragenden Kooperationen. Das Media Tech Lab Bayern verhilft nun Developern und Medienhäusern zusammenzufinden. Im Fokus stehen dabei die Ideen, die direkt aus den Herzkammern der Medienhäuser stammen.

Bei technischen und digitalen Lösungen müsste die Medienbranche ganz vorne mitspielen, erfährt jedoch regelmäßig einen zweitrangigen Stellenwert. Zu groß ist die Konkurrenz von großen Playern mit mehr Budget, die den Arbeitsmarkt leerfischen. Die einschlägigen Jobvermittlerseiten können sich vor C++-Gesuchen kaum noch retten. Jedes Unternehmen will und braucht sie: Die Entwickler:innen.

Vom Suchen und Finden der Techies

In einer schnelllebigen Zeit benötigt es kühle Köpfe, die in Windeseile ein Programm her, eine Strategie weiter oder ein Problem weg entwickeln können. Im Tagesgeschäft der Entwickler:innen geht es maßgeblich um sofortwirtschaftliche Ziele, um schnelle Lösungsstrategien, um ein routiniertes Einhacken – und um viel Geld. Die Buchung guter Developer ist fast gleichzusetzen mit der Anschaffung eines Teslas: Rar, elitär und kostspielig.

Die Medienunternehmen leiden darunter, weil sie sich schwertun, gleichzuziehen – und dies liegt nicht nur am nötigen Kleingeld. Es fehlt schlichtweg an Ressourcen, da sich viele Programmierer:innen den kurzlebigen Themen verschrieben haben, während Medienhäuser auf eine langlebige, sehr individuelle Wertschöpfungskette angelegt sind.

Moonshot Idee: Das ist Neu-Denglisch und bedeutet, einen bahnbrechenden Einfall zu haben, den man nie aufgibt, egal, wie häufig er abgelehnt wird. Eine schöne Ideologie, vor allem, wenn all die harte Arbeit sich bezahlt macht und die Idee irgendwann wirklich Früchte trägt.

Dabei könnten Developer weitaus mehr als bloße Programmierer sein - sie können auch Ideen liefern, die Medienmacher:innen auf das nächste Level heben und für die Zukunft fit machen. Solche Moonshot Ideen brauchen die Medien von morgen. Es mangelt nicht an Datenbanken oder digitalen Abrechnungssystemen. Was vermisst wird ist die “Operation Tomorrow”. Doch aktuell heißt es nur: Error 404, operation not found.

Es kommt zusammen, was zusammen gehört

“Die Überlegung war, wie man der Medienbranche auf der einen sowie der Tech Branche auf der anderen Seite helfen kann, sich gegenseitig zu beflügeln.”, rekapituliert Erkan Kasap, CTO des Media Tech Lab. “Das Lab ist ein Ort, an dem Medienhäuser und Developer einen gemeinsamen Raum für Inspiration, Entwicklung und die digitale Transformation finden.”

“Ein kleiner Schritt für uns, ein großer Schritt für die Moonshot Idee in den Medien!” Gemäß dieses Mottos sollen die Medientechnologien von morgen entstehen. Erkan Kasap kommt aus der Gaming Branche, hatte das Vergnügen, an Franchises wie Zelda oder Pokémon mitzuwirken und als Unternehmer, Coach und selbst proklamierter “nerd at heart” viele Innovationen mitzugestalten.

Erkan Kasap

Er ist Leadership and Transformation Coach mit über 20 Jahren Führungserfahrung in internationalen Unternehmen. Außerdem ist er Entrepreneur und Gründer.

Während interessierte und begeisterte Entwickler:innen für sechs Monate ihrer Schöpferkraft freien Lauf lassen können, ist vor allem der Mehrwert für die Medienhäuser beachtlich: Neben einer immensen Kostenersparnis ist besonders die Arbeitseffizienz das absolute Plus. Eigenes Personal muss nicht von wichtigen, hausinternen Kampagnen abgezogen werden, um sich in fachfremde Themen einzuarbeiten. Gleichzeitig müssen keine großangelegten und teuren Inserate geschaltet werden. Auch den langwierigen Einstellungs- sowie Einarbeitungsprozess kann man sich getrost sparen.

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Zusätzlich können die entwickelten Projekte auf die Bedürfnisse des jeweiligen Medienhauses zugeschnitten werden. Die technischen Errungenschaften wiederum dienen als Blaupause für Folgethemen, ohne erneut von vorne starten zu müssen. “Wir wollen und werden nicht in den laufenden Anbietermarkt eingreifen, sondern suchen die wegweisenden Leitideen der Zukunft.”, ergänzt der Medien-Tech-Experte.

Alle für alle

Die entwickelten Codes und Technologien stehen als Teil der Open Source Politik nicht nur den bereits etablierten Medienhäusern zur Verfügung. Auch Startups, die nicht über hinreichende Zahlungsmittel, langjährige Expertise oder große Belegschaft verfügen, können davon profitieren und sich am Fundus bedienen. “Produziert wird nicht dediziert für ein Medienhaus, sondern für das Kollektiv. Codes und Konzepte liegen für alle zugänglich auf GitHub. Das ist ein netzbasierter Dienst zur Verwaltung für Software-Entwicklungsprojekte, welcher gesamtheitlich einseh- und nutzbar ist. Ob man das Entwicklungsprojekt eins zu eins oder als Prototyp nutzt, bleibt jedem Unternehmen selbst überlassen.”, erklärt Erkan Kasap. “Wichtig ist uns, dass man die Branche durch Fachkräfte stärkt, während man parallel den Entwickler:innen Ansporn zu großen Impulsen schafft.”

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Woran sich mangels der bisherigen Alternativen das ein oder andere Medienhaus sicherlich die Zähne ausgebissen hat, könnte bald ein Problemrelikt aus längst vergangener Zeit sein. Audio Search nach Stichworten in Podcasts, semantisches Tagging in Redaktionssystemen, blockchain-basierte Programme zur Sicherstellung der Pressefreiheit in zensierten Internetumgebungen -  dies sind nur einige Beispiele, die das Media Tech Lab mithilfe der Tech Pioneers ins Rollen bringen. “Gedacht ist das Tech Lab für Entwickler:innen, die freiberuflich arbeiten, oder gerne eine Veränderung ihres eigenen Alltages spüren und die Medienbranche vorantreiben wollen.”, so der Leiter des Media Tech Lab. “Im gleichen Atemzug möchten wir in direkten Austausch mit Medienhäusern treten und die konkreten Bedürfnisse abfragen, um zu wissen, wo uns die Reise hinführen wird.”

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