Vom internen Tool zum neuen Markt
Wie die Mediengruppe Pressedruck eine bewährte Softwarelösung neu positioniert und ihr Potenzial über die Verlagsbranche hinaus erschließt.
Executive Summary
| Organisation | pd next (Mediengruppe Pressedruck) |
| Webseite | pddigital.de/pd-next/ |
| Mitarbeitende | ~ 10 |
Im Strategie Sparring des Media Lab Bayern entwickelte Project Manager Dominik Flach gemeinsam mit Fellow Florian Gmeinwieser eine klare Strategieempfehlung für die IAM-Lösung Clear Identity – inklusive Zielgruppenfokus, Positionierung und Go-to-Market-Strategie.
Hintergrund
Mit Clear Identity hat die Mediengruppe Pressedruck eine technisch etablierte Lösung für die Verwaltung digitaler Identitäten entwickelt. Ursprünglich für Verlagshäuser gedacht, verwaltet die Software heute mehrere Millionen Nutzer:innen und ist auch bei externen Verlagskunden im Einsatz.
Dominik Flach sollte herausfinden, ob darin noch mehr Potenzial steckt: Lässt sich Clear Identity auch außerhalb der Verlagsbranche erfolgreich vermarkten? Im Strategie Sparring wollte er mögliche Zielgruppen identifizieren, die Positionierung schärfen und eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung entwickeln.
Die Arbeit im Programm
Zu Beginn stellte Dominik auf den Prüfstand, ob sich der Schritt in neue Märkte überhaupt lohnt. Gemeinsam mit den Coaches ordnete er bestehende Hypothesen, analysierte Markt und Wettbewerb und nahm mögliche Zielgruppen wie Agenturen oder TV-Produktionen in den Blick. Dabei rückte eine Frage immer stärker ins Zentrum: Was unterscheidet Clear Identity eigentlich von etablierten IAM-Lösungen?
Mit Fellow Florian ging es anschließend darum, diese Annahmen im Markt zu testen. Ein Pitchdeck und ein strukturierter Interviewleitfaden bildeten die Grundlage für Gespräche mit potenziellen Kund:innen. Besonders die Agenturbranche erwies sich als vielversprechend: Ihre Anforderungen an Zugriffsrechte, wechselnde Teams und sensible Daten ähneln denen von Verlagshäusern. Über Florians Netzwerk führten die beiden gezielte „Friendly Fire“-Gespräche, um Bedarfe und Pain Points zu verstehen und die Positionierung zu schärfen.
Aus den Erkenntnissen entwickelten Dominik und Florian schließlich eine klare Positionierung, einen stufenweisen Go-to-Market-Ansatz und verschiedene Investitionsszenarien. Statt möglichst schnell in den Markt zu gehen, entstand so eine fundierte Empfehlung, unter welchen Voraussetzungen sich der Einstieg tatsächlich lohnt.
Ergebnisse
- Neue Zielgruppe: Die Agenturbranche bietet aufgrund ähnlicher Organisationsstrukturen besonderes Potenzial für Clear Identity.
- Klare Marktpositionierung: Clear Identity positioniert sich als europäische, DSGVO-konforme Alternative beziehungsweise Ergänzung zu etablierten IAM-Lösungen.
- Go-to-Market-Strategie: Pitchdeck und Go-to-Market-Strategie schaffen die Grundlage für die Ansprache erster Pilotkunden.
- Konkreter Investitionsbedarf: Der Business Case zeigt, welche Produktentwicklung und Vertriebskapazitäten für eine Skalierung notwendig sind.
- Fundierte Entscheidungsgrundlage: Die Geschäftsführung kann auf Basis der Marktvalidierung über die weitere Entwicklung von Clear Identity entscheiden.
Das Projekt-Tandem
Führungskraft

Projektmanager - pd next
Dominik ist Projektmanager mit Startup-Mentalität und strategischem Weitblick. Bei pd next treibt er digitale Transformation und Wachstum voran – mit Erfahrung in Business Development, kollaborativer Führung und einem Gespür für skalierbare Lösungen.
Fellow

Head of Business Development
Seit über 25 Jahren arbeitet Florian an der Schnittstelle von Kreation, Media und Technologie – u. a. bei Serviceplan und Hilti. Über das R&D Fellowship kam er ins Strategie Sparring und vereinte dort einen klaren Blick für mobile Anwendungen und nutzerzentriertes Denken.
Deep Dive
Viele Medienhäuser suchen nach Wegen, ihr Geschäft jenseits des klassischen Publishings breiter aufzustellen.
Die Mediengruppe Pressedruck geht diesen Weg unter anderem über ihre Entwicklungseinheit pd next. Eines ihrer zentralen technologischen Assets: Clear Identity, eine Software zur sicheren Verwaltung digitaler Zugriffe und Nutzeridentitäten (Identity & Access Management, IAM). Entwickelt wurde sie von der Newsfactory, dem auf die Verlagsbranche spezialisierten IT-Dienstleister der Unternehmensgruppe.
Ursprünglich aus einem internen Bedarf für Verlagshäuser entstanden, wurde Clear Identity kontinuierlich ausgebaut und auch bei externen Verlagskunden etabliert. Heute verwaltet die Lösung mehrere Millionen Nutzer:innen, DSGVO-konform und seit Jahren praxiserprobt.
Angesichts dieser Entwicklung rückte Clear Identity ins Blickfeld der Geschäftsführung von pd next. Project Manager Dominik Flach erhielt den Auftrag, das Marktpotenzial in neuen Branchen zu validieren und möglichst schnell einen ersten externen Pilotkunden zu gewinnen, unabhängig von der Branche. Dieser sollte als Referenzprojekt dienen und den Weg für eine mögliche Ausgründung ebnen.
Eine erste Marktanalyse zeigte: Der IAM-Markt ist stark fragmentiert und wird von US-Anbietern dominiert. Daraus ergaben sich zentrale Fragen:
- Hat Clear Identity als Challenger eine Chance auf dem Markt?
- In welchen Branchen liegt das größte Potenzial?
- Welche produktspezifischen Anpassungen sind nötig, um dort zu bestehen?
- Wie sollte sich Clear Identity im Wettbewerb positionieren – und zu welchem Preis?
Um diese Fragen strukturiert zu beantworten, die Positionierung zu schärfen und parallel den passenden Pilotkunden zu identifizieren, entschied sich Dominik bewusst für das Strategie Sparring des Media Lab Bayern – als strategisch perfekte Ergänzung zu seinem bestehenden Vorgehen.
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Die Strategiephase
Mit dem Start des Strategie Sparrings wurde das Projekt zunächst auf eine klare Grundlage gestellt und schnell die Frage gestellt: Lohnt sich ein Rollout von Clear Identity in neue Märkte überhaupt?
Zu Beginn nutzte Dominik den Austausch mit den Coaches, um Hypothesen zu ordnen und das strategische Ziel zu schärfen: eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung zu erarbeiten.
Dazu gehörte auch die grundlegende Markt- und Zielgruppenanalyse. Dominik identifizierte erste Branchen wie Agenturen oder TV-Produktionen als potenziell anschlussfähig. Gleichzeitig schob sich eine Frage von Tech-Coach Martin Brüggemann immer wieder in den Vordergrund:
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Eine Frage, die Dominik in dieser Phase des Programms noch nicht abschließend beantworten konnte.

Das Strategie Sparring war nicht sein erster Berührungspunkt mit dem Media Lab Bayern. Bereits im Studium hatte er im Rahmen unseres Programms zur Abschlussarbeitsförderung seine Bachelorarbeit über das Fellowship geschrieben.
Zu diesem Zeitpunkt war für Dominik der Austausch mit Business-Coach Angelika Goll besonders hilfreich. Ihr kritischer Blick half, zentrale Annahmen zu hinterfragen, etwa zur Einzigartigkeit des Produkts, zum strategischen Timing oder zur Komplexität von B2B-Software-Vertriebszyklen.
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Auch intern veränderte sich der Umgang mit dem Projekt: Die Erwartungshaltung der Geschäftsführung wurde konkreter adressiert und das Projektteam enger auf die nächsten operativen Schritte ausgerichtet.
Mit dieser neuen Klarheit war der Weg frei für den nächsten Schritt: die praktische Validierung im Rahmen eines Pilotprojekts. Der Moment, in dem Fellow Florian Gmeinwieser ins Spiel kam.
Das Pilotprojekt
Dominik und Florian verfolgten von Anfang an ein klares Ziel: die Markttauglichkeit von Clear Identity unter realen Bedingungen zu testen und dabei die zentrale Frage aus der Strategiephase zu klären: Was ist eigentlich der USP von Clear Identity?
Sie einigten sich auf einen klaren Arbeitsmodus: zwei virtuelle Check-ins pro Woche, alle zwei Wochen ein persönliches Treffen in Augsburg, klare Aufgabenpakete und dokumentierte Ergebnisse.
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Zum Auftakt entwickelte das Tandem ein kompaktes Pitchdeck, das Produkt und Nutzen in verständlicher, kundengerechter Sprache präsentierte. Ergänzt wurde es durch einen strukturierten Fragenkatalog für Interviews, um Rückmeldungen gezielt zu lenken.
In der Pilotphase kam es jedoch früh zu einem unerwarteten Rückschlag: Der Product Owner von Clear Identity fiel krankheitsbedingt aus. Und damit die einzige Person, die die technische Architektur in Gänze überblickte. API-Details, Datenflüsse oder Integrationslogik mussten teils mühsam rekonstruiert werden. Das verzögerte die Arbeit an der zentralen Aufgabe, den Produkt-Market-Fit im B2B-Enterprise-Umfeld zu validieren.
Trotzdem blieb der Fokus klar und die Suche nach dem USP lief weiter. Dabei kristallisierte sich die Agenturbranche als besonders interessant heraus. Ihre Organisationslogik ähnelt der von Verlagshäusern. Viele externe Mitarbeitende, eine hohe Fluktuation, dedizierte Projektteams, sensible Kundendaten und die Notwendigkeit einer zentralen Rechteverwaltung.
Florian, der viele Jahre im Agenturkontext gearbeitet hat, zapfte sein Netzwerk an und initiierte „Friendly Fire“-Gespräche mit Branchenkontakten – von großen Agenturen bis hin zu mittelgroßen Playern. Ziel war nicht der schnelle Vertrieb, sondern offenes Feedback zu Bedürfnissen, Pain Points und bisherigen Erfahrungen mit IAM-Lösungen.
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Zum Abschluss des Strategie Sparrings lag eine umfassende Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung vor:
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Die Empfehlung: Das Potenzial im Agenturmarkt ist vorhanden, erfordert aber gezielte Produktweiterentwicklung und den Aufbau von Vertriebskapazitäten, bevor ein großflächiger Rollout realistisch ist.
Die Arbeit von Dominik und Florian zeigte damit zweierlei: dass Clear Identity auch jenseits der Verlagswelt anschlussfähig ist. Und dass eine klare Positionierung in einem spezifischen Segment entscheidend für den Markterfolg sein kann.
Ausblick
Mit den Ergebnissen der Pilotphase liegt nun eine belastbare Grundlage für die Entscheidung der Geschäftsführung vor: Soll Clear Identity gezielt für den Einsatz in der Agenturbranche weiterentwickelt werden – und wenn ja, mit welchem Investitionsrahmen?
Die Empfehlung von Dominik Flach und Florian Gmeinwieser lautet, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: das Produkt funktional aus- und parallel Vertriebskapazitäten aufzubauen. Konkret bedeutet das, Clear Identity technisch für einen skalierbaren SaaS-Betrieb zu ertüchtigen und Integrationsmöglichkeiten zu verbreitern. Ebenso wichtig: den Ausbau der technischen Dokumentation, um Wissen unabhängiger von einzelnen Schlüsselpersonen zu machen.
Langfristig eröffnet sich die Möglichkeit, das Modell auf weitere Branchen mit ähnlicher Organisationslogik auszuweiten. Die Pilotphase hat gezeigt, dass eine Nachfrage nach einer europäischen, DSGVO-konformen Lösung vorhanden ist. Jetzt gilt es, dieses Momentum in konkrete Vertragsabschlüsse zu übersetzen und Clear Identity als Marke im Markt zu etablieren.
Im Rahmen der Zusammenarbeit von Dominik und Florian entstand ein umfassendes Pitchdeck, das alle Ergebnisse bündelt und den strategischen Fahrplan abbildet. Es dient als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung.
