Mit dem KI-Führerschein auf die Überholspur
Wie die Mediengruppe Mitteldeutschland ihre Mitarbeitenden fit für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz machen will.
Executive Summary
| Organisation | Mediengruppe Mitteldeutschland |
| Medienangebote | u. a. Mitteldeutsche Zeitung & Volksstimme |
| Mitarbeitende | ~ 300 (Redaktion) |
Im Strategie Sparring des Media Lab Bayern entwickelte Anja Guse, stellvertretende Chefredakteurin der Mediengruppe, das Konzept für einen KI-Führerschein. Dieser soll den eigenen Mitarbeitenden Kompetenzen für einen sicheren und sinnvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz vermitteln.
Gemeinsam mit Fellow Stephan Gensch entstand ein mehrstufiges Kompetenzmodell mit einer gemeinsamen Basis und darauf aufbauenden Vertiefungen. In einem ersten Prototyp lassen sich Inhalte und Lernwege bereits testen.
Hintergrund
Mit der zunehmenden Nutzung von KI müssen Medienhäuser ihren Mitarbeitenden Orientierung und Sicherheit im Umgang mit der Technologie geben. Dafür brauchen sie auch die passenden Kompetenzen für ihren Arbeitsalltag.
Vor dieser Herausforderung steht die Mediengruppe Mitteldeutschland. KI ist in der Redaktion längst angekommen, wird aber unterschiedlich genutzt. Anja Guse hatte sich deshalb für das Strategie Sparring mit dem Ziel beworben, KI-Richtlinien und Unterstützungsangebote für die Redaktion zu entwickeln.
Die Arbeit im Programm
In der ersten Programmphase schärfte Anja die ursprüngliche Projektidee und fokussierte sich auf den systematischen Aufbau von KI-Kompetenz innerhalb der Mediengruppe. Parallel arbeitete sie an der Nutzerperspektive und der Einbindung relevanter Stakeholder.
Nach seinem Einstieg als Fellow analysierte Stephan Gensch 34 öffentlich zugängliche Quellen von 22 Medienhäusern und verglich deren öffentlich kommunizierte KI-Regeln und Ansätze zur Kompetenzvermittlung. Für die interne Bestandsaufnahme führte das Team zehn qualitative Interviews und eine anonyme Befragung in der Redaktion durch.
Aus der internen Untersuchung leiteten Anja und Stephan vier Nutzungstypen ab – die tägliche Routinenutzerin, der vorsichtige Nutzer, die Privatnutzerin und der Nichtnutzer –, die anschließend in einem Workshop mit Kolleg:innen weiterbearbeitet wurden. Auf dieser Grundlage konkretisierte das Projekt-Tandem den KI-Führerschein.
Ergebnisse
- Mehrstufiges Kompetenzmodell: Der KI-Führerschein startet mit einer gemeinsamen Basis für alle Mitarbeitenden. Darauf bauen weitere Klassen auf, die mit der Intensität und Komplexität der KI-Nutzung zusätzliche Kompetenzen vermitteln.
- Prototyp: Erste Lernmodule sind inzwischen nutzbar und ermöglichen es, Inhalte und unterschiedliche Lernwege zu erproben und weiterzuentwickeln.
- Interne Umsetzung: Die Einführung über die E-Learning-Plattform Datango wird vorbereitet. Zunächst soll der Ansatz in der Redaktion erprobt und perspektivisch auf weitere Unternehmensbereiche übertragen werden.
Das Projekt-Tandem
Führungskraft

Anja Guse
Stellv. Chefredakteurin - Mediengruppe Mitteldeutschland
Anja ist stellvertretende Chefredakteurin in der Mediengruppe Mitteldeutschland. Nach ihrem Volontariat bei der Volksstimme war sie in verschiedenen redaktionellen Positionen tätig – von der Lokalredaktion über den digitalen Newsdesk bis in die Chefredaktion. Heute treibt sie die digitale Transformation des Medienhauses voran und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz den Journalismus sinnvoll unterstützen kann.
Fellow

Stephan Gensch
Co-Founder und CTO - VoiceChain
Stephan entwickelt digitale Lösungen für komplexe Herausforderungen. Mit Erfahrung aus Softwareentwicklung, Produktmanagement, Innovationsprojekten und Unternehmensgründungen verbindet er technisches Know-how mit strategischem Denken. So entstehen nutzerzentrierte Anwendungen, die nicht nur konzipiert, sondern auch erfolgreich umgesetzt und skaliert werden. Über das Media Tech Lab kam Stephan 2026 ins Strategie Sparring.
Deep Dive
Von der Recherche über die Transkription von Interviews bis zur Datenanalyse: Redaktionen arbeiten inzwischen an ganz unterschiedlichen Stellen mit Künstlicher Intelligenz. Doch während die Einsatzmöglichkeiten gefühlt wachsen, fehlt in vielen Medienhäusern die Orientierung. Welche Tools dürfen genutzt werden? Wo schafft KI tatsächlich einen Mehrwert? Und was muss man wissen, um souverän damit arbeiten zu können?
Vor dieser Ausgangslage steht die Mediengruppe Mitteldeutschland. Einige Mitarbeiter:innen experimentieren bereits intensiv mit neuen Tools, andere stehen noch am Anfang oder haben KI noch gar nicht in ihren Arbeitsalltag integriert. Entsprechend unterschiedlich sind die Erfahrungen und Nutzungsweisen. Zwischen Experimentierfreude, Qualitätsanspruch und regulatorischen Anforderungen braucht es deshalb vor allem Orientierung für einen souveränen Umgang mit KI.
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Als stellvertretende Chefredakteurin verantwortet Anja Guse die journalistische Qualität und die redaktionellen Prozesse. Gleichzeitig treibt sie das Thema Künstliche Intelligenz unternehmensweit voran und baut derzeit ein hauseigenes KI-Team auf.
Vor diesem Hintergrund bewarb sich Anja für das Strategie Sparring. Sie hatte sich vorgenommen, KI-Richtlinien und Unterstützungsangebote für die rund 300 Redakteur:innen zu entwickeln.
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Die Scoping-Phase
Beim offiziellen Kick-off Ende April lernte Anja die anderen Teilnehmenden und ihre Projekte kennen. Sie begann, ihr eigenes Vorhaben zu hinterfragen. Andere Medienhäuser, so ihr Eindruck, waren beim Thema KI bereits deutlich weiter. War das eigene Projekt überhaupt neu genug? Und ließ sich ein so großes Vorhaben neben dem redaktionellen Tagesgeschäft in der vorgesehenen Zeit bewältigen?
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Die Coaches bestärkten Anja in ihrem Vorgehen, rieten ihr jedoch noch einmal bewusst, einen Schritt zurückzugehen. Bevor KI breiter im Unternehmen verankert werden konnte, brauchte es erst eine gemeinsame Kompetenzbasis. Die Mitarbeitenden müssen wissen, was sie mit KI tun dürfen, welche Möglichkeiten die Technologie bietet und wo ihre Grenzen liegen.
Aus dieser Erkenntnis entstand eine neue Stoßrichtung. Und mit ihr ein neuer Arbeitstitel: der KI-Führerschein.
Ganz unumstritten war die Metapher zunächst nicht. Denn wer einen klassischen Führerschein besitzt, kann ihn bei Regelverstößen auch wieder verlieren. Für den KI-Führerschein war ein solcher Sanktionsgedanke nicht vorgesehen. Er sollte den Mitarbeitenden Orientierung geben und sie zu einem sicheren und sinnvollen Umgang mit KI befähigen. Wie er konkret aussehen und welche Inhalte er vermitteln sollte, war zu diesem Zeitpunkt aber noch offen.
Genau hier setzte Strategie-Coach Konrad Weber an. Sein Impuls: erst verstehen, was die späteren Nutzer:innen brauchen, dann die passende Lösung entwickeln.
Nutzerinterviews wurden in dieser Phase zu einem wichtigen Werkzeug. Im Austausch mit Konrad erschloss sich Anja eine Interviewform, die anders funktioniert als das journalistische Gespräch. Hier geht es darum, Bedürfnisse und Verhaltensweisen möglichst offen zu erkunden, statt vorschnell auf eine Lösung zuzusteuern.
Schulterschluss mit der IT
Neben der Nutzerperspektive beschäftigte sich Anja in den ersten Wochen vor allem mit ihrem Stakeholder-Management. Sie hatte zwar alle relevanten Ansprechpartner vorab eingebunden. Im Austausch mit Business-Coach Angelika Goll erkannte Anja aber, dass sie nicht wusste, wann sie wen mitnehmen musste. Gerade beim Thema KI, das weit über die Redaktion hinausreicht, war das entscheidend.
Besonders zeigte sich das in der Zusammenarbeit mit der hauseigenen IT. Anja suchte frühzeitig den Schulterschluss mit dem IT-Chef und band ihn bewusst in die weitere Entwicklung ein. Dabei spielte auch die Erfahrung aus einem früheren KI-Projekt eine Rolle, bei dem die IT außen vor geblieben war. Dieses Mal sollte das Thema von Anfang an gemeinsam vorangetrieben werden.
Das veränderte die Zusammenarbeit spürbar. Wo Anja früher häufiger ein „Das geht nicht“ hörte, erlebt sie heute eher ein „Lass uns überlegen, wie wir das möglich machen“. Für sie bestätigte sich damit eine zentrale Erkenntnis aus dem Coaching mit Angelika: Wer seine Stakeholder früh einbindet, schafft Verbündete.
Auch im Projektteam selbst wuchs die Unterstützung. Anjas Kollegin Tanja Lauch übernahm organisatorische Aufgaben, bereitete Befragungen und Workshops vor. Damit war Anja organisatorisch nicht mehr auf sich allein gestellt. Und auch bei der Weiterentwicklung des KI-Führerscheins sollte sie bald Verstärkung bekommen.
Fellow-Einstieg

Mit Fellow Stephan Gensch kam schließlich ein wichtiger Baustein hinzu. Er setzte genau dort an, wo Anja selbst eine ihrer größten Herausforderungen sah: die Fülle an Gedanken und Ideen zu strukturieren.
Stephan arbeitet mit etablierten Methoden aus dem Projektmanagement, unter anderem nach Prinzipien von IPMA und PMI. Daraus hatte er sich über die Jahre ein eigenes Toolset zusammengestellt, mit dem er Projekte systematisch aufsetzt. Dieses Grundgerüst nutzte er nun auch für das Projekt im Strategie Sparring. Gemeinsam mit Anja sortierte er die nächsten Schritte, schärfte die Roadmap und arbeitete heraus, welche Punkte noch offen waren.
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Ein Punkt betraf erneut das Thema Stakeholder. Stephan half Anja, die bestehende Stakeholder-Map weiterzuentwickeln und konkrete Rollen und Bedürfnisse im Projekt zu definieren.
Bereits im Juni entstand so ein Fahrplan bis zum Ende des Programms im Oktober. Statt bei allgemeinen KI-Richtlinien stehenzubleiben, sollte eine mehrstufige Kompetenzvermittlung entstehen.
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Der Blick über den Tellerrand
Bevor sie den KI-Führerschein weiter konkretisierten, wollten Anja und Stephan wissen, wie andere Medienhäuser den Umgang mit KI regeln. Stephan analysierte daraufhin 34 öffentlich zugängliche Quellen von 22 Medienhäusern und verglich deren KI-Richtlinien anhand verschiedener Kriterien. So entstand eine Matrix, die sichtbar machte, welche Regeln und Leitplanken andere Häuser bereits öffentlich kommunizierten und an welchen Stellen Informationen fehlten.
Dabei zeigte sich eine für das Projekt wichtige Lücke: Öffentliche KI-Regeln fanden sich bei vielen Medienhäusern. Was intern tatsächlich geschult wurde, ließ sich aus den öffentlichen Quellen allerdings nur eingeschränkt ablesen.

Im Anschluss richtete das Team den Blick auf die eigene Redaktion. Anjas Kollegin Tanja Lauch führte zehn qualitative Interviews, in denen sie danach fragte, wie die Kolleg:innen KI bereits nutzen, welche Chancen und Sorgen sie damit verbinden und wie sicher sie sich im Umgang mit verschiedenen Anwendungen fühlen.
Um die Erkenntnisse aus den Gesprächen auf eine breitere Basis zu stellen, folgte eine anonyme Umfrage unter rund 200 Mitarbeitenden der Redaktion. Gefragt wurde unter anderem nach der beruflichen und privaten KI-Nutzung, verwendeten Tools sowie Erwartungen und Bedenken. 56 Personen nahmen an der Umfrage teil.
Die Ergebnisse bestätigten: KI ist im Arbeitsalltag angekommen, doch im Umgang damit fehlt vielerorts noch Orientierung. Das zeigte sich auch in Form von Schatten-KI. Einige Mitarbeitende nutzten Anwendungen, die offiziell nicht freigegeben waren. Andere wussten nicht, welche Tools sie überhaupt nutzen durften. Aber vor allem wurde deutlich, wie unterschiedlich die Kolleg:innen mit KI umgingen.
Von Personas zu Führerscheinklassen
Auf Basis der Ergebnisse entwickelten Anja und Stephan vier Personas, die unterschiedliche Nutzungsweisen, Vorkenntnisse und Haltungen gegenüber KI abbilden:
| Die tägliche Routinenutzerin | Sie nutzt KI mehrmals täglich und möchte vor allem sicher sein, dass sie sich dabei an die Regeln hält. Verlässliche Prüfroutinen helfen ihr dabei. |
| Der vorsichtige Nutzer | Er setzt KI selektiv ein, prüft Ergebnisse nach und achtet darauf, welche Daten er eingibt. Ihm helfen vor allem konkrete Regeln für den sicheren Einsatz. |
| Die Privatnutzerin | Sie hat bereits Erfahrung mit KI, setzt sie bislang aber nicht dienstlich ein. Für sie geht es darum, die Brücke zwischen privater Erfahrung und beruflicher Anwendung zu schlagen. |
| Der Nichtnutzer | Er hat KI ausprobiert, darin aber bislang keinen Mehrwert für seine Arbeit gesehen. Eine Schulung muss deshalb zunächst Orientierung und konkreten Nutzen vermitteln, ohne ihn zur Nutzung zu drängen. |
Die Personas machten greifbar, wie unterschiedlich die Voraussetzungen und Bedürfnisse innerhalb der Redaktion sind. In einem gemeinsamen Workshop in Magdeburg übersetzte das Team die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Anforderungen an die geplante Schulung und prüfte erste Ideen aus der Perspektive der unterschiedlichen Personas.
Dabei zeigte sich: Für den sicheren Umgang mit KI braucht es zunächst eine gemeinsame Basis. Je intensiver die Nutzung, desto mehr Kompetenzen kommen hinzu.
Anja und Stephan entwickelten deshalb ein mehrstufiges Modell und dachten die Analogie zum Straßenverkehr weiter.

Den Anfang macht die Führerscheinklasse „Roller“. Hier geht es um die Grundlagen, die für alle Mitarbeitenden relevant sind — unabhängig davon, ob sie selbst bereits mit KI arbeiten. Die Stufe soll zunächst von allen Redaktionsmitgliedern und perspektivisch von allen Mitarbeitenden der Mediengruppe absolviert werden. Einzelne Aufgaben können dabei an die jeweiligen Fachbereiche angepasst werden.
Für die weitere Vertiefung sieht das Modell zusätzliche Klassen vor. „Auto“ richtet sich an Mitarbeitende, die KI-Werkzeuge tatsächlich im Arbeitsalltag nutzen. „LKW“ adressiert größere KI-Projekte sowie die Erprobung neuer Werkzeuge und Einsatzfelder. Ergänzend sieht der Prototyp „Plus“ für Mitarbeitende vor, die ihre Erfahrungen weitergeben und Kolleg:innen beim Umgang mit KI unterstützen.
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Der KI-Führerschein nimmt Gestalt an
Mit den Führerscheinklassen stand die Struktur des Kompetenzmodells. Im nächsten Schritt ging es darum, daraus ein konkretes Lernangebot zu entwickeln. Dies soll über die interne Schulungsplattform Datango umgesetzt werden.
Parallel baute Stephan einen klickbaren Prototypen, mit dem sich Inhalte und unterschiedliche Lernwege erproben und Feedback sammeln ließen.
Für die Ausgestaltung erarbeitete Stephan ein Rahmenkonzept. Neben Fachwissen ging es darin auch um Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz. Lernziele, Übungen und Kompetenznachweise sollten dabei so aufeinander abgestimmt werden, dass aus den einzelnen Inhalten ein schlüssiges Lernangebot entsteht.
Auch die Führerschein-Metapher wurde weitergedacht. Der Prototyp orientiert sich stellenweise am Aufbau einer Fahrschule: Ein gemeinsamer Grundstoff vermittelt zentrale Regeln und Kompetenzen, Prüfaufgaben überprüfen das Gelernte und eine Einweisung macht mit einem konkreten KI-Werkzeug vertraut.
Je nach Vorerfahrung führen unterschiedlich lange Wege durch die Inhalte. Wer KI bereits dienstlich nutzt, kann Erklärungen und Beispiele kompakter durchlaufen. Die zentralen Regeln und Prüfaufgaben bleiben jedoch für alle gleich.

Erste Lernmodule von Stephans Prototyp sind inzwischen nutzbar. Der KI-Führerschein ist bewusst nicht auf einzelne KI-Tools zugeschnitten. Im Mittelpunkt stehen Kompetenzen, die auch dann relevant bleiben, wenn sich Anwendungen und Werkzeuge verändern.
Der Prototyp dient hier vor allem als Experimentierraum: Lernwege und Inhalte lassen sich erproben und anhand von Feedback weiterentwickeln. Die eigentliche interne Umsetzung läuft parallel über Datango. Dort sollen die Schulungsinhalte verbindlich ausgespielt und die Teilnahme dokumentiert werden.
So wird aus dem Kompetenzmodell schrittweise ein konkretes Lernangebot, das sich zugleich testen, anpassen und weiterentwickeln lässt.
Verankerung im Unternehmen
Mit der Umsetzung des KI-Führerscheins rückt neben den Inhalten zunehmend auch die Frage in den Fokus, wie das Angebot dauerhaft im Unternehmen verankert werden kann. Deswegen soll das Projekt auf mehrere Schultern verteilt werden.
Ein wichtiger Schritt war ein Workshop in Magdeburg. Dort wurden unter anderem zwei neue KI-Experten der Mediengruppe in das Vorhaben eingebunden. Auch weitere Kolleg:innen meldeten von sich aus Interesse an einer Teilnahme an. So wächst rund um den KI-Führerschein ein Kreis von Mitarbeitenden, die unterschiedliche Perspektiven in die weitere Entwicklung einbringen können.
Zunächst soll die Kompetenzvermittlung im Redaktionsbereich erprobt werden. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend als Grundlage dienen, um den Ansatz weiterzuentwickeln und perspektivisch auf Verwaltung und weitere Bereiche der Mediengruppe auszuweiten.
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Fazit
Aus der ursprünglichen Idee, KI-Richtlinien und Unterstützungsangebote zu entwickeln, ist im Strategie Sparring ein differenziertes Kompetenzmodell entstanden.
Der entscheidende Perspektivwechsel aus der Scoping-Phase: Regeln allein reichen nicht. Mitarbeitende müssen befähigt werden, KI sicher und sinnvoll einzusetzen. Dafür braucht es eine gemeinsame Kompetenzbasis, auf der je nach Einsatz weitere Fähigkeiten aufbauen können.
Der Prototyp des KI-Führerscheins übersetzt diesen Gedanken in konkrete Lernangebote. Abgeschlossen ist die Arbeit damit nicht. Nun muss sich das Konzept im Redaktionsalltag bewähren, weiterentwickelt und langfristig im Unternehmen verankert werden.
Ausblick
Die erste Etappe des KI-Führerscheins ist geschafft. Doch auch nach dem Strategie Sparring steht Anja und ihrem Team ein langer Weg bevor. Nun gilt es, den Schein für den KI-Roller auf weitere Fachabteilungen der Mediengruppe zu übertragen.
Eine wichtiges Learning im Projekt war, die Stakeholder und vor allem die Zielgruppen früh einzubinden. Dafür werden Anja und ihr Team weitere Interviews führen und Umfragen erstellen. Die Erkenntnisse daraus sollen in die Übungsinhalte einfließen. Einige Aufgaben werden kontextual an die jeweilige Abteilung angepasst.
Darüber hinaus nimmt das Thema KI weiter Fahrt auf. Während der Projektphase hat Anja gemeinsam mit dem IT-Chef eine interdisziplinäre KI-Arbeitsgruppe gebildet. Ihr gehören neben den KI-Experten auch Kolleg:innen verschiedener Bereiche an. Gemeinsam wollen sie unter anderem Austauschformate zum Thema KI entwickeln. Diese sollen auch Bestandteil der nächsten Führerschein-Klassen werden.
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