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Abschlussarbeiten im Media Lab | 04.02.2026

Volontariat im Journalismus: Ablauf, Aufgaben und Bewerbung

Junge Volontärin in einer Redaktion

insta_photos/stock.adobe.com

Du willst in den Journalismus einsteigen und fragst dich, ob ein Volontariat der richtige Weg für dich ist? In diesem Artikel bekommst du einen ehrlichen Überblick über alles, was dich im Volo erwartet: Von Alltag und Aufgaben über Bezahlung und Zugangsvoraussetzungen bis hin zu Bewerbungstipps, Perspektiven und möglichen Stolpersteinen. So kannst du am Ende gut einschätzen, ob ein journalistisches Volontariat zu dir, deinen Zielen und deiner Arbeitsweise passt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze: 5 Quick-Facts zum journalistischen Volontariat
  2. Was ist ein Volontariat im Journalismus?
  3. Was macht ein Volontär?
    1. Typische Aufgaben im Online- und Printjournalismus:
    2. Typische Aufgaben im Radio- oder TV-Volontariat:
  4. Wie komme ich zu einem Journalismus-Volontariat?
    1. Volontariat Journalismus: Voraussetzungen, die du mitbringen solltest
    2. Journalistisches Volontariat: So findest du die passende Stelle
  5. Welche Karrierewege ergeben sich nach dem Volontariat?
  6. Fazit: Ist ein Journalismus-Volontariat das Richtige für mich?

Das Wichtigste in Kürze: 5 Quick-Facts zum journalistischen Volontariat

  1. Ein Volontariat ist der wichtigste Einstiegsweg in den Journalismus. Laut der deutschen Journalisten-Akademie steigen etwa 80 Prozent der angehenden Redakteure über ein Volontariat bei Presse, Agenturen, Fernsehen oder Rundfunk in den Beruf ein.
  2. Insgesamt gibt es in Deutschland Schätzungen zufolge etwa 3.000 Volontariatsstellen bei Verlagen und Sendern; die meisten davon bei Tageszeitungen und Zeitschriften.
  3. Viele Volos durchlaufen Stationen in verschiedenen Ressorts, wodurch sie in kurzer Zeit ein breites journalistisches Skillset aufbauen.
  4. Neben der Arbeit in der Redaktion gehören Seminare zu Themen wie Medienrecht, Recherche, Interviewführung oder Datenjournalismus zur Ausbildung dazu.
  5. Nach dem journalistischen Volontariat kannst du fest in einer Redaktion arbeiten, als freier Journalist tätig sein oder in einen Kommunikationsberuf wechseln.

Was ist ein Volontariat im Journalismus?

Ein journalistisches Volontariat (oft auch einfach „Volo“ genannt) ist eine praxisnahe Ausbildung, mit der du professionell in den Journalismus einsteigst.Dabei arbeitest du fest in einer Redaktion und lernstdasjournalistische Handwerk direkt im Berufsalltag kennen.

Ein Journalismus-Volontariat dauert meist 12 bis 24 Monate. Die genaue Dauer unterscheidet sich je nachdem, wo du dein Volo absolvierst. Möglich sind zum Beispiel Zeitungen und Magazine, Online-Redaktionen, Radio- und TV-Sender, Nachrichtenagenturen oder Verlage.

Auch beim Gehalt gibt es Unterschiede: Wie viel du verdienst, hängt vor allem davon ab, ob dein Volontariat tarifgebunden ist oder ob das Unternehmen die Vergütung frei festlegt. Auch das Ausbildungsjahr und dein Alter können sich auf das Gehalt auswirken. Im Durchschnitt kannst du als Volontär mit einem Bruttogehalt von etwa 2.000 bis 2.700 Euro im Monat rechnen (Quelle: gehalt.de).

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Das Media Lab unterstützt dich auf deinem Weg! Bei uns findest du vielfältige Ressourcen für deinen Berufsstart: von inspirierenden Artikeln über spannende Podcasts bis hin zu ausführlichen Reports. Außerdem bieten wir Workshops, Events und Förderprogramme an, mit denen du Skills aufbauen, Kontakte knüpfen und eigene Projekte voranbringen kannst.

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Was macht ein Volontär?

Wie dein Volontariat im Journalismus abläuft, hängt stark davon ab, bei welchem Medium und welchem Unternehmen du einsteigst. Denn eine Online-Redaktion arbeitet anders als eine Tageszeitung und ein Radiosender anders als ein TV-Team. Trotzdem folgt ein seriöses Volo meist einem ähnlichen Prinzip: Du steigst nicht als „fertiger“ Journalist ein, sondern lernst den Job direkt in der Praxis. Dabei wirst du von der Redaktion, Mentoren und einem klaren Ausbildungsrahmen begleitet.

Typischerweise durchläufst du im Laufe des Volontariats verschiedene Bereiche oder Ressorts (z. B. Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport). So bekommst du Einblicke in unterschiedliche Themenwelten, Arbeitsweisen und Formate. Gleichzeitig kannst du herausfinden, wo deine Stärken liegen, woran du Spaß hast und welche Richtung langfristig zu dir passt. Mit jeder Station wächst meist auch deine Verantwortung: Am Anfang wirst du enger angeleitet, später übernimmst du eigene Themen, Formate oder ganze Beiträge von der Idee bis zur Veröffentlichung.

Parallel zur täglichen Redaktionsarbeit sind Seminare und Workshops Teil des Programms. Dort bekommst du das Werkzeug an die Hand, das du im Alltag sofort brauchst: Recherchemethoden, Interviewtechnik, Storytelling und Darstellungsformen, aber auch rechtliche und ethische Basics wie Presserecht, Urheberrecht oder den Pressekodex.

Typische Aufgaben im Online- und Printjournalismus:

  • Themen vorschlagen, planen und mit der Redaktion abstimmen
  • Recherchieren: Quellen prüfen, Hintergründe einordnen, Fakten verifizieren
  • Interviews vorbereiten, führen und auswerten
  • An Terminen teilnehmen (z. B. Pressekonferenzen, Vor-Ort-Recherchen)
  • Texte schreiben: Meldungen, Berichte, Interviews, Reportagen, Kommentare (je nach Redaktion)
  • Beiträge redigieren: kürzen, strukturieren, Überschriften/Teaser bauen
  • Inhalte fürs Digitale aufbereiten: SEO-Basics, interne Verlinkung, Bildauswahl, CMS
  • Social-Media-Posts oder Formate umsetzen
  • Trends und Entwicklungen aus der Branche verfolgen (z. B. KI im Journalismus)

Typische Aufgaben im Radio- oder TV-Volontariat:

  • Vor Ort berichten und O-Töne einholen
  • Audio- oder Video-Beiträge planen und umsetzen (von Idee bis Veröffentlichung)
  • Aufnahmen vorbereiten (Abläufe, Fragen, Dreh-/Aufnahmeplan)
  • Ton aufnehmen, schneiden und Beiträge erstellen
  • Videos drehen, sichten, schneiden und ggf. Texte für Moderationen schreiben
  • Je nach Sender: Live-Situationen mit vorbereiten oder begleiten

Wie komme ich zu einem Journalismus-Volontariat?

Ein journalistisches Volontariat ist für viele der erste große Schritt in die Branche. Doch wie funktioniert das überhaupt? Hier erfährst du, was Redaktionen von Bewerbern erwarten und wie du gezielt nach deinem Journalismus-Volontariat suchen kannst.

Volontariat Journalismus: Voraussetzungen, die du mitbringen solltest

Für ein Journalismus-Volontariat brauchst du in der Regel einen Schulabschluss. Viele Verlage und Sender nennen das (Fach-)Abitur als Grundanforderung für ein Volo. Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium (z. B. im Bereich Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- oder Naturwissenschaften) sind oft gerne gesehen, aber keine zwingende Voraussetzung. Viele Redaktionen stellen bevorzugt Bewerber mit Studienabschluss ein, weil diese bereits mit methodischem Arbeiten vertraut sind und Fachwissen mitbringen.

Trotzdem kannst du auch ohne Studium ins Volo starten. Vor allem, wenn du mit guten Arbeitsproben, relevanter Praxis oder einer klaren Spezialisierung überzeugst. Es gibt außerdem Programme, die sich explizit an Quereinsteiger richten oder bei denen Praxis stärker zählt als der Abschluss. Unterm Strich gilt: Ein Abschluss hilft, aber er ersetzt keine journalistische Eignung.

Verschiedene Praktika oder Hospitanzen in Redaktionen, eine freie Mitarbeit mit veröffentlichten Beiträgen oder ein eigenes kleines Portfolio in Form eines Blogs, Newsletters oder Podcasts zeigen, dass du schon journalistisch gearbeitet hast. Für viele Redaktionen ist das wertvoller als ein „perfekter“, lückenloser Lebenslauf. Auch Spezialwissen in einem bestimmten Bereich (z. B. Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur oder Wissenschaft) kann dich besonders interessant machen.

Genauso wichtig wie Praxiserfahrung und Arbeitsproben sind die persönlichen Fähigkeiten, die du im Redaktionsalltag brauchst. Folgende „Soft Skills“ solltest du als Journalismus-Volontär mitbringen:

  • Interesse an Nachrichten und Themen: Du verfolgst nicht nur Schlagzeilen, sondern fragst dich „Warum ist das so?“ und „Was bedeutet das für Menschen?“
  • Neugier und Hartnäckigkeit: Du bleibst an Themen dran, recherchierst nach und gibst dich nicht mit der ersten Antwort zufrieden.
  • Sorgfalt: Fakten prüfen, Quellen einschätzen, sauber zitieren: im Journalismus ist Genauigkeit nicht optional.
  • Sprachgefühl: Du kannst verständlich schreiben und komplexe Dinge auf den Punkt bringen.
  • Belastbarkeit und Tempo: Redaktionen arbeiten oft unter Zeitdruck. Du solltest damit umgehen können, ohne nachlässig zu werden.
  • Teamfähigkeit und Feedbackkultur: Du arbeitest eng mit anderen zusammen und kannst Feedback annehmen und umsetzen.

Medienverständnis: Du bringst multimediale Grundkompetenzen mit und weißt, wie „dein“ Medium funktioniert (Print, Online, Audio, Video) und was dort gute Inhalte ausmacht.

Journalistisches Volontariat: So findest du die passende Stelle

Viele Volontariate findest du ganz klassisch über die Karriereseiten der Medienhäuser und Sender. Zusätzlich lohnt sich der Blick in Jobbörsen, Branchen-Newsletter, Netzwerke (z. B. Journalistennetzwerke, LinkedIn) und teilweise auch in die Social-Media-Kanäle von Journalistenschulen, Akademien oder Verbänden. Wenn du schon genaue Vorstellungen hast, kann es helfen, gezielt nach „Volontariat + Medium/Ort“ zu suchen. Auch Initiativbewerbungen können sich durchaus lohnen.

Wenn du eine Stelle gefunden hast, die dich anspricht, geht es an die Bewerbung: Meist reichst du deine Unterlagen online ein (oft über ein Bewerbungsportal oder per E-Mail). Typischerweise enthalten diese deinen Lebenslauf, ein kurzes Motivationsschreiben und vor allem passende Arbeitsproben. Danach folgt häufig eine Vorauswahl, ein erstes Gespräch und je nach Redaktion ein kleiner Bewerbungstest, eine Schreibaufgabe oder ein Probearbeitstag. Am Ende steht das finale Gespräch und bei gegenseitiger Zufriedenheit die Zusage fürs Volontariat.

Welche Karrierewege ergeben sich nach dem Volontariat?

Nach dem Volontariat hast du in der Regel ein solides journalistisches Handwerkszeug und erste Referenzen in der Tasche. Damit stehen dir mehrere Wege offen:

  • Festanstellung in der Redaktion: Viele Häuser übernehmen einen Teil ihrer Volontäre direkt. Alternativ kannst du dich auf andere offene Redakteursstellen bewerben. Du arbeitest dann dauerhaft als Redakteur oder Reporter, oft in einem bestimmten Ressort oder Format.
  • Freie Mitarbeit / Freelancer: Du arbeitest freiberuflich projekt- oder beitragsbasiert für verschiedene Redaktionen. Dafür brauchst du meist ein gutes Netzwerk und idealerweise eine Spezialisierung auf ein Ressort oder Thema.
  • Wechsel in Kommunikationsberufe: Nach dem Volo kannst du auch in die Bereiche PR, Unternehmenskommunikation oder Corporate Publishing einsteigen. Der Fokus liegt hier allerdings stärker auf werblicher Kommunikation statt unabhängiger Berichterstattung.

Fazit: Ist ein Journalismus-Volontariat das Richtige für mich?

Ein Volo ist der ideale Einstieg, wenn du Journalismus von Grund auf praktisch lernen möchtest und schnell Verantwortung übernehmen willst. Es bietet dir direkte Einblicke in den Redaktionsalltag, eine solide Ausbildung im journalistischen Handwerk und die Möglichkeit, erste eigene Arbeiten zu veröffentlichen. Zu den Nachteilen zählen je nach Redaktion eine eher schwache theoretische Fundierung, sehr unterschiedliche Ausbildungsstandards, eine starke Bindung an ein Medium sowie das Risiko, dass du mitunter sehr viel Verantwortung übernimmst, ohne dass sich das im Gehalt widerspiegelt.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass du dich im Vorfeld genau über die konkrete Volontariatsstelle, das Ausbildungskonzept und die Arbeitsweise der Redaktion informierst. Am Ende ist entscheidend, ob sich dieser intensive, anspruchsvolle, aber auch sehr erfüllende Einstieg in den Journalismus für dich richtig anfühlt.

Fragen und Antworten

Ist ein Volontariat Pflicht, wenn ich Journalist werden möchte?

Nein, Pflicht ist ein Volontariat nicht, denn es gibt keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg zum Beruf „Journalist“. In der Praxis ist es aber weit verbreitet und wird für feste Redakteursstellen bei Presse, Rundfunk oder Agenturen oft vorausgesetzt.

Wie unterscheidet sich ein Volontariat von einem Praktikum oder einem Traineeprogramm?

Ein Volontariat ist ein befristetes, praxisnahes Ausbildungsverhältnis (meist 12–24 Monate), das besonders im Medienbereich verbreitet ist und in der Regel vergütet wird. Ein Praktikum dient dagegen eher der beruflichen Orientierung, dauert meist kürzer (meist 1-5 Monate) und ist häufig studienbezogen.

Der größte Unterschied zwischen Volontariat und Traineeprogramm liegt in der Branche: Ein Volontariat ist vor allem im Journalismus und Medienbereich angesiedelt, ein Traineeprogramm dagegen eher in Wirtschaft, Industrie oder Technik. Oft ist hier das Ziel des Unternehmens, dich für eine Fach- oder spätere Führungsrolle aufzubauen.

Worauf sollte ich bei der Wahl meines Journalismus-Volos achten?

Achte darauf, dass es einen klaren Ausbildungsplan gibt: mehrere Stationen/Ressorts, feste Ansprechperson und regelmäßiges Feedback. Schau dir an, ob die Redaktion zu dir passt (Medium, Themen, Tempo, digitaler Fokus) und ob du dort wirklich veröffentlichen und lernen kannst. Wichtig sind auch Rahmenbedingungen wie Vergütung, Arbeitszeiten, Seminarangebote und ob das Volo tariflich orientiert ist. Und: Prüfe den Ruf des Hauses, sprich wenn möglich mit aktuellen oder ehemaligen Volontären und achte auf Warnzeichen wie fehlende Struktur oder dauerhaft reine „Zuarbeit“.

Welche Alternativen gib es zum Volontariat?

Auch ohne Volontariat kannst du in den Journalismus einsteigen, zum Beispiel über längere Praktika, Werkstudierendenstellen oder freie Mitarbeit in Redaktionen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Studium oder eine Ausbildung im Bereich Journalismus oder Kommunikation. Auch der Quereinstieg über ein Fachgebiet ist vorstellbar: Mit Expertise in Bereichen wie Wirtschaft, Künstliche Intelligenz, Wissenschaft oder Sport kannst du als Spezialist Themen besetzen und dich über gute Beiträge Schritt für Schritt in Redaktionen etablieren. Wichtig bleibt: Veröffentlichungen und Arbeitsproben zählen am Ende meist mehr als der konkrete Bildungsweg.

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