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31.03.2021

Mehr Innovationen für die Medienwelt

Inklusive Medien, verständliche Nachrichten, Bezahlmodelle für Verlage, Communitybuilding, Wissensapps und interdisziplinäres Zusammenarbeiten: Das Batch #9 des Media Startup Fellowship startet durch und arbeitet ab April an mehr Innovation für die Medienwelt.

Text: Sabrina Harper
Foto: Media Lab Bayern

 

Acht Startups haben es geschafft

In diesem Jahr haben uns so viele Bewerbungen für das Media Startup Fellowship erreicht wie noch nie. Content, Payment, Software, Knowledge – das Themenspektrum war sehr breit. Am Ende haben sich acht Startups durchgesetzt, mit denen wir die nächsten neun Monate zusammen an Innovationen für die Medienbranche arbeiten dürfen. Und so setzt sich das Batch #9 zusammen:

Medienprodukte inklusiver denken

Wolf Weimer hat bereits im R&D Fellowship seine Idee zu Audicle validiert und startet nun als Startup durch. Er will es mit seinem "Spotify für Audio-Artikel" Nutzer:innen ermöglichen, ausgewählte Artikel von führenden deutschen Zeitungen und Magazinen in Hörbuch-Qualität zu streamen. Ein Angebot, das gerade für Personen interessant ist, die gerne viele Medieninhalte konsumieren und wenig Zeit haben - aber auch für Menschen, die beispielsweise eine Leseschwäche haben und dennoch nicht auf Zeitungsartikel verzichten wollen. Die Zeitung zum Hören könnte so auch im Bereich Inklusion ein Türöffner werden.

Dalal Mahra, Fatima El Sayed und Dilara lker möchten mit ihrem Content-Startup Kopftuchmädchen muslimischen Frauen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und deren stereotypische Darstellung aufbrechen. Die Gründerinnen sind davon überzeugt, dass in einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft alle die gleichen Rechte und Chancen haben müssen. Auf Instagram postet das Startup Kopftuchmädchen seit Mai 2020 zum Beispiel Powerfrauen-Porträts oder streamt Live-Videos. Außerdem gibt es einen regelmäßigen Podcast über muslimisches Dating. 4.000 Abonennent:innen zeigen: Die drei haben einen Nerv getroffen. Kopftuchmädchen möchte die Medienlandschaft nachhaltig prägen.

Nachrichten sollen verständlich sein und zum Dialog einladen

Jan Gruber, Stephan Dahlmann und Patrick Losert sind SWEN – News, simpel und anders. „Das besondere ist unsere strategische Ausrichtung auf die Generation Z. Diese Generation hat die zukünftige Entwicklung dieser Welt und vor allem unserer Gesellschaft in ihren Händen. Wir möchten aktuelle Meldungen in leicht verständlicher und gleichzeitig unterhaltender Jugendsprache liefern“, beschreibt Mitgründer Jan die App.

Ein weiteres Startup, das Nachrichten neu erfinden will, ist „What happend last week“. Gründerin und Journalistin Sham Jaff beobachtete in ihrem Alltag, dass Nachrichtenmeldungen inhaltlich nicht erfasst werden, weil diese zu komplex und/oder in einer schwer verständlichen Sprache verfasst werden. Also begann sie, zunächst ihrer Schwester, dann Verwandten und Bekannten, die Nachrichteninhalte zu erklären. Daraus entstand dann im Laufe der Zeit der wöchentliche Newsletter „What happend last week“. Darin werden die wichtigsten Weltnachrichten in einfachen Worten zusammengefasst und erklärt. Inzwischen erhält der Newsletter von vier weiteren Personen Unterstützung: Thi Minh Huyen Nguyen, Laura Bürzer, Simi Bassi und Oliver Nassar.

Neue Bezahlmodelle für Verlage

Markus Tütsch und Matthias Ruf möchten mit Digisale kleinen und mittelständischen Verlagen sowie anderen Publizierenden einen einfachen und schnellen Weg in die Digitalisierung ermöglichen. Dabei stehen vor allem der Vertrieb und das Management von Abonnements im Fokus. Aktuelle Konkurrenz-Programme sind oft zu teuer und kompliziert. Digisale will durch seine userfreundliche und schlanke Sofware Verlage dabei unterstützen, neue Erlösmodelle zu etablieren. „Denn Verlage benötigen oftmals keine 5.000 Felder zum Ausfüllen“, weiß Gründer Marcus, der seit 15 Jahren in der Verlagsbranche arbeitet. „Außerdem ist es für die Abonnenten und Abonnentinnen wichtig, dass sie mit drei Klicks bestellen können - und für den Verlag, dass Daten von Kunden und Kundinnen gut weiterverarbeitet werden können“


Digitales Zugehörigkeitsgefühl

Antonia Pervanidis, Jan-Niklas Dihlmann und Cornelius Carl sind alle nach 1995 geboren. Statt nach den übervollen Streams der sozialen Netzwerke sehnen sie sich nach sozialer Zugehörigkeit. „Social Media wird sich in Zukunft weg von Quantität und hin zu Qualität entwickeln“, sagten die Gründer:innen als sie ihr Projekt vorstellten. Auf aktuellen Plattformen spricht eine Person und die anderen hören zu - das ist sehr langweilig. Deshalb wollen die drei mit ihrem Startup SaySom Community und Communication zusammenbringen. In einem virtuellen Raum können sich User einander annähern, sich privat oder in einer offenen Gruppe unterhalten, an Podiumsdiskussionen teilnehmen oder Dateien ablegen. SaySoms Vision lautet: Bring people back together!

Wissen, das nicht verloren geht

Wir konsumieren so viele Informationen und haben das meiste davon am nächsten Tag wieder vergessen. Deshalb haben Luke Haliburton und Yannik Wojcicki das Startup Mindpalace gegründet. Mit ihrer App möchten sie Wissen erhalten und es zur Anwendung im Alltag bringen. Wie soll das funktionieren? Die User:innen von Mindpalace können sämtliche Inhalte aus dem Netz in der App abspeichern. Die App bereitet dieses Wissen so auf, dass sich Nutzer:innen damit auseinandersetzen und die Informationen besser abspeichern. Während sie sich über ihr neues Wissen freuen können Publisher so Themenfelder besser erschließen, die für Intensivnutzer:innen und Lernenthusiast:innen interessant sind. Die App ist also nicht nur ein Wissenshub, sondern auch eine Möglichkeit, einen datengetriebenen Marketing-Channel aufzubauen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in den Medien

Matthäus Niedoba, Jochen Hunz und Dennis Schlösser sind Anchorpoint – eine Art GitHub für Medienproduktionen. Viele Grafiker:innen suchen nach einem sicheren Workflow, um die Übersicht in Projektarbeiten und Abnahmeschleifen zu behalten. Das ist insofern wichtig, als dass eine falsch ausgelieferte Datei enormen Schaden anrichten kann. Angenommen, in den Abendnachrichten wird versehentlich die falsche Version einer 3D-Grafik gesendet! Das ist nicht nur peinlich, sondern kann auch mit hohen Kosten verbunden sein. Auf Anchorpoint speichern Grafiker:innen ihre Dateien und Auftraggeber:innen können direkt visuelles Feedback und To-Dos hinterlassen. Überbordender Emailverkehr, zahllose Telefongespräche und das Verschieben riesiger Datenberge gehören dadurch der Vergangenheit an.

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