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28.09.2021

Gemeinsam innovativer - wie Medienunternehmen und Startups voneinander profitieren

Medienhäuser benötigen digitale Expertise, Startups arbeiten an Lösungen für die Medientransformation. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Medienzukunft ist Zusammenarbeit: im Unternehmen und mit externen Partner:innen. Das gelingt unter anderem, indem Kooperation und Management der Ansprechpartner:innen neu gedacht werden.

Text: Sabrina Harper
Foto: AdobeStock/fotogestoeber

 

Medienhäuser erklimmen den digitalen Berg

Medienhäuser stehen vor der Frage, wie sie ihre Produkte ins Digitale überführen und neue Zielgruppen ansprechen können. Die Antworten darauf sind individuell, in der Basis braucht es aber bei allen entsprechende Plattformen, strategische Zielsetzungen und eine Unternehmenskultur, die offen für Innovation ist. Der Berg, den Medienhäuser zu erklimmen haben, ist groß, das Gute dabei ist: Sie sind nicht allein! Es gibt viele Medien-Startups, die bereits jetzt an Lösungen für die Zukunft der Medien arbeiten. Damit wird die Bergtour zwar nicht zur gemütlichen Seilbahnfahrt. Aber Weggefährt:innen, die einen auf der Reise begleiten, machen es wesentlich leichter. Damit alle gemeinsam gut den Gipfel erreichen, können Medienhäuser und Startups einiges tun. Im aktuellen Report „Gemeinsam innovativer” haben wir die Knackpunkte identifiziert und hier in diesem Blogpost zusammengefasst.

Erfahrungsvorsprung statt Generationskonflikt

Konflikte zwischen traditionellen und modernen Mitarbeiter:innen hemmen häufig die Innovationskraft in den Medienhäusern - häufig, aber nicht immer treten sie in Form von Generationskonflikten auf. Dann heißt es, dass ältere Mitarbeitende alles so belassen möchten, wie es ist, und Berufseinsteiger:innen voll auf Digitalisierung setzen wollen. Statt sich in den Unterschieden zu verrennen, ist es wichtig, auf die Vorteile zu achten. So können ältere Mitarbeitende ihre Erfahrungswerte bei der Entwicklung von neuen digitalen Formaten einfließen lassen. Das heißt konkret, dass beispielsweise bei der Entwicklung einer App immer Mitarbeitende aus allen Altersstrukturen Teil des Teams sein. Ein toller Nebeneffekt für das Betriebsklima ist, dass sich Mitarbeiter:innen abgeholt, gehört und mitgenommen fühlen. Der Mecker-Modus wird dadurch geringer, und der Freude-Faktor gesteigert. Statt „schon wieder sollen wir was Neues machen“, heißt es dann „wir haben was Tolles erschaffen“.

Innovationslust fördern

Entscheidend für das Medienhaus ist das offene Mindset. Das C-Level und die Belegschaft sollten dabei Hand in Hand arbeiten. Das gelingt beispielsweise durch eine aktive Innovationskultur, in der Mitarbeitende Ideen einbringen können. Entscheider:innen in Medienunternehmen sollten deshalb eine Anlaufstelle für die Ideenfindung und -umsetzung schaffen. Das kann eine Innovationsabteilung sein, besser ist allerdings eine Verortung über Abteilungsgrenzen hinweg. Ein regelmäßig stattfindender Ideen-Workshop bietet zum Beispiel einen geschützten Raum für die Produktion von Ideen. Dabei ist es wichtig, dass die Teilnehmenden abteilungsübergreifend und aus jeglicher Hierarchiestufe vertreten sind. Für die Effizienz eignen sich Methoden aus der Ideation und der Einsatz von Canvas. Es braucht also Führungskräfte, die die Rahmenbedingungen für Ideen schaffen und Mitarbeitende, die Lust auf Veränderungen haben. Kommt der Innovationsgedanke nur von oben, stößt das bei den Mitarbeitenden auf Widerstand. Kommen innovative Ansätze aus der Belegschaft und werden durch mangelndes Interesse immer wieder ausgebremst, entsteht statt Innovationslust Innovationsfrust.

Wem das alles zu theoretisch klingt, kann sich bei den großen Playern im Markt orientieren. Google stellte beispielsweise 20 Prozent der bezahlten Arbeitszeit den Mitarbeitenden zu Verfügung, um eigene Projekte voranzutreiben. So entstanden beispielsweise Gmail oder Google News.

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Die Dilemma-Expertise

Expertise ist natürlich auch ein Faktor und kann nicht allein durch das Mindset wettgemacht werden. Die Mitarbeiter:innen können sich zwar weiterbilden, haben aber auch ihre Fokusbereiche. Gleichzeitig tut sich die Medienbranche in der Rekrutierung von Talenten schwer. Eine Möglichkeit dieses Dilemma aufzulösen: Expert:innen können auch von Außen dazukommen, zum Beispiel in Form von Medien-Startups. Diese bieten fertige Lösungen an, die Medienhäuser implementieren können. Die Expertise ist also da, die eigentliche Herausforderung ist es, externe Fachleute schlank ins Unternehmen zu integrieren. Ein:e Redaktionsleiter:in kennt beispielsweise die Bedarfe ihrer Abteilung. Mit einem festen Innovationsbudget könnten Startups direkt angefragt werden und Testläufe in der Redaktion umgesetzt werden. Nach einem erfolgreichen Test kann eine Anschaffung dann direkt mit höheren Leitungsebenen abgestimmt werden. So spart man sich lange Entscheidungswege, hat die Kosten im Blick und schafft keine Technologien an, die nicht genutzt werden.

Startups als Perfect Fit

Medien-Startups können Publisher und Broadcaster zu Innovationssprüngen befähigen. Denn Startups sind schlank und agil aufgestellt. Das heißt, sie können Medienhäuser genau dort abholen, wo sie gebraucht werden. Das beinhaltet auch ein Verständnis für die komplexen Vorgänge innerhalb eines etablierten Medienunternehmens. Publisher und Broadcaster stehen immer im Spannungsfeld zwischen Weiterentwicklung und Rentabilität. Ein neues Tool kann beispielsweise sehr innovativ sein. Doch lohnt sich der Invest für das Medienunternehmen? Damit ist nicht nur Geld gemeint, sondern auch der Zeitaufwand, der für die Implementierung und ggf. Schulung benötigt wird. Eine gute Entscheidung für eine Integration setzt sich daher immer aus drei Aspekten zusammen:

  • Wieviel Geld muss investiert werden?
  • Wieviel Arbeitszeit muss dafür aufgewendet werden?
  • Wieviel Impact bringt das Tool in der Operative ?


Wenn Startups diese Fragen beantworten können, dann können Medienhäuser damit arbeiten.

Wie finden Medienhäuser und Startups zusammen?

Eine Kooperation sollte einfach angebahnt werden und auf einer vertrauensvollen Zusammenarbeit basieren. Wünschenswert wäre eine Art Innovationstinder für die Medientransformation. Doch wie das beim Tinder-Dating so ist: Manchmal taucht das Match nicht auf oder kommt dann ganz anders daher als im Profil. Selbst Tinder hat gemerkt, dass ein kurzes Profil nicht ausreicht und dann die Dating-Games eingeführt. Was für Tinder das Game ist, sind laut Report  für Medieninnovator:innen das Netzwerk. Besonders Mitarbeitende aus Medienhäuser sollten deshalb das Netzwerk pflegen, indem sie häufiger mit Kontakten Kaffee trinken gehen. Was nach Freizeit klingt, hat wesentliche Vorteile im Vergleich zu einem Meeting. Denn in solch informellen Gesprächen werden Insights geteilt und Geheimtipps getauscht.

Auf der anderen Seite suchen Startups die richtigen Ansprechpartner:innen in Unternehmen. Medienhäuser öffnen ihre Tür zu mehr Innovation, indem sie z.B. auf ihrer Webseite entsprechende Kontakte aufführen. Das muss übrigens nicht der oder die CEO sein, denn die haben wenig Zeit und steckt selten im Tagesgeschäft. Smarter ist es, in der Operative anzudocken.

Datenschutz ist immer wichtig

Neben all diesen Faktoren ist der Datenschutz ein Casus Knacksus bei allen Kooperationen. Insbesondere Startups sollten sich damit intensiv auseinandersetzen. Dazu müssen sie sich fragen: Was ist uns als Unternehmen wichtig? Und was ist unseren potenziellen Kooperationspartnern wichtig? Bei einer Informationsmappe für Medienhäuser sollten immer Hinweise zum Datenschutz beiliegen.

Wenn Medienhäuser und Startups diese wichtigen Punkte bei ihren Kooperationen berücksichtigen, dann ist der erste Step für eine erfolgreiche Medienkooperation getan. Weitere Aspekte und Potenzialfelder findest du in unserem kostenlosen User Insights Report „Innovation und Kooperation mit Startups und Medienhäuser“.

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