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Media Lab Bayern Newsletter

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22.03.2021

Eine seriöse Kristallkugel - Trendforschung für starke Medienprodukte

Wer Trends rechtzeitig erkennt und nutzt, stärkt seine Rolle in der Medienlandschaft. Gerade in Pandemiezeiten können sich Medienunternehmen darüber positionieren und neue Zielgruppen akquirieren.

Magnus Gebauer ist seit 2020 beim MedienNetzwerk Bayern tätig und ist dort für Vernetzung und strategische Partnerschaften der Branche TV, Streaming und VoD verantwortlich. Als Trendforscher begeistert er sich für gesellschaftliche und technologische Innovationen. Dabei hat er immer die wesentlichen Entwicklungen der Medienbranche im Blick.

Text: Sabrina Harper
Foto: Media Lab Bayern

Medientrends 2021

Zu Jahresbeginn werden immer unzählige Trendreportings publiziert. Gerade in der aktuellen Medienkrise fehlt es an Zeit und vielleicht auch an Motivation, sich damit zu beschäftigen. Trendforscher Magnus Gebauer sagt, gerade jetzt müssen Trends beachtet werden. Warum Trends so wichtig sind und wie er Trends identifiziert, hat er uns im Media Lab Chat beantwortet.

Sabrina

Hallo Magnus!

Magnus G.

Hallo Sabrina!

Sabrina

Wie identifizierst du eigentlich Trends? Ich schätze ohne🔮 ? 😉

Magnus G.

Gute Frage. Kommt immer drauf an, um welche Art von Trends es geht: qualitative oder quantitative, gesellschaftliche Trends oder Tech-Trends, Microtrends oder Megatrends.

Eine Zauberkugel wäre natürlich die perfekte Lösung. Bis die erfunden wird, lautet meine Antwort: Gute Quellen, viel Lesen und richtig kombinieren.

Sabrina

Was sind denn Merkmale für einen qualitativen bzw. quantitativen Trend?

Magnus G.

Quantitativ sind all die Trends, die sich auf Basis von Zahlen/Daten beschreiben lassen. Qualitativ sind Informationen, Meinungen, Einschätzungen...

Magnus G.

So gesehen hat jeder Trend eine qualitative und quantitative Komponente. Aber wenn man z.B. auf das Thema Newsletter schaut, dann sieht man, dass sich hierzulande die Entwicklungen noch nicht so sehr in den Zahlen widerspiegeln.

Sabrina

Medienunternehmen kämpfen mit den Auswirkungen der Pandemie. Du bist Experte für Medientrends. Ist es nicht spöttisch, sich aktuell mit Trends zu beschäftigen 🤔?

Magnus G.

Ich sehe es eher genau anders herum. Mit der Pandemie verändert sich auch die Mediennutzung massiv und innerhalb kürzester Zeit. Ich möchten mit den Trendthemen ja niemanden belehren, sondern die aktuellen Entwicklungen aufzeigen und gute Antworten präsentieren.

Magnus G.

Gerade jetzt haben natürlich viele Unternehmen weniger Zeit, sich selbst mit neuen Themen und Innovationen zu befassen. Die Welt entwickelt sich aber trotz bzw. mit Corona weiter…

Sabrina

Ok, lass uns das ein bisschen eingrenzen. Nach unzähligen Trendreports, was ist für Medien 2021 wirklich relevant?

Magnus G.

Eine starke Community. Egal, ob es dabei um Social Audio mit Clubhouse, Paid Content in Form von Newslettern oder Livestreaming-Shopping auf TikTok geht. Wer erfolgreich neue Medientrends umsetzt, hat meist eine gute Community zur Seite.

Sabrina

Warum lohnt es sich, Trends auch in Krisenzeiten mitzudenken?

Magnus G.

Ich würde sagen „gerade in Krisenzeiten mitzudenken“. Der Wandel wird durch die Krise beschleunigt. Trends wie Voice Assistants, On-Demand-Nutzung oder New Work sind ja schon lange da. Aber gerade durch die Krise sind die Themen tatsächlich für eine breitere Masse relevant.  

Sabrina

Gibt es vielleicht sogar Tools, die aktuell unterstützen könnten?

Magnus G.

Auf jeden Fall. Gerade durch neue Tools entstehen auch Trends! Substack im Bereich Newsletter, Patreon für die Creator, Steady, um zu publizieren. NTWRK für den E-Commerce oder Clubhouse für die Interaktion. Nicht umsonst versuchen die großen Plattformen wie Facebook, Twitter & Co. viele Funktionen zu kopieren oder zu integrieren 🕵🏻‍♂️.

Sabrina

Auch wenn es doof klingt…die Krise als Chance. Dummer Spruch oder doch was dran?

Magnus G.

Hmm. Hinterher ist man immer schlauer 😉 Hauptsache wir kommen alle gemeinsam gut durch, denke ich.

Sabrina

Vielen Dank für deine Zeit!

Magnus G.

Sehr gern!

Trends ausprobieren

Was Magnus sagt, deckt sich mit vielen Aussagen von Medienexpert:innen. Um Trends frühzeitig im eigenen Unternehmen zu implementieren, braucht es aber auch immer den Mut etwas auszuprobieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Clubhouse. Drei Wochen lang erlebte die App im europäischen Raum einen Megahype. Einige zögerten und fragten: Wird solch eine Plattform das neue TikTok? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß, wenn man sich auf Magnus Aussagen bezieht. Denn Twitter - also einer der Großen - launcht mit Spaces nun ein ähnliches Format. Ob es am Ende Clubhouse oder Spaces wird bleibt unklar. Aber daraus kann man ableiten, dass das Social Audio Feature gekommen ist, um zu bleiben.

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