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21. Juli 2020

Ein Podcast für Menschen, die immer wieder an der Klimakrise verzweifeln

 

Ein Gastbeitrag von Katharina Mau

Katharina Mau ist Fellow in unserem Programm “Rocking Science Journalism”. “Was fehlt in der Klimaberichterstattung?”, hat sie am Anfang des Programms gefragt. Am Ende hat sie einen Podcast gestartet: Klimagerecht - Jetzt bloß nicht verzweifeln.

Die meisten Menschen, die sich viel mit der Klimakrise beschäftigen, fühlen sich immer wieder hilflos, ohnmächtig, traurig, wütend. In den Nachrichten lesen sie eine niederschmetternde Meldung nach der anderen. Auf der einen Seite Studien zu Permafrostböden, dem Eis an der Arktis, neue Hitzerekorde. Auf der anderen Seite ein Klimaschutzprogramm und ein Kohleausstiegsgesetz, das nicht mit den Pariser Klimazielen vereinbar ist.

In der Klimaberichterstattung geht es viel um Fakten. Die Frage, wie wir mit den Gefühlen umgehen, die diese Fakten auslösen, wird gerade im deutschsprachigen Raum noch wenig behandelt. Dabei ist der Bedarf groß, wie ich im ersten Blogeintrag erläutert habe.

Ein Podcast, der hilft, sich nicht mehr allein zu fühlen

In meiner zweiten Runde Nutzer*innen-Interviews habe ich Menschen gefragt, wie sie bisher mit ihren Gefühlen umgehen und was ihnen hilft. Und ich habe erfahren: Es hilft, von anderen zu hören, die sich engagieren. Und es hilft zu hören, wie andere mit ihren Gefühlen umgehen.

„German Zero und andere kleine Bewegungen machen mir Mut. Das gibt mir das Gefühl, andere tun auch was und ich muss nicht alles allein machen.“ – Tini, 58

„Es hilft mir, von Menschen zu hören oder zu lesen, die ähnliche Gefühle haben, weil ich in meinem direkten Umfeld nur mit ein paar Leuten darüber reden kann.“ – Olaf, 47

Mit diesen Erkenntnissen habe ich entschieden, einen Podcast zu machen. In jeder Folge spreche ich mit einer anderen Person, die sich für Klimagerechtigkeit engagiert und stelle immer wieder die Frage nach den Gefühlen.

Mehr als 400 Hörer*innen in den ersten vier Wochen

In der ersten Folge spreche ich mit Katharina van Bronswijk. Sie arbeitet als Therapeutin und ist Sprecherin der Psychologists und Psychotherapists for Future. Mit Katharina rede ich darüber, wie wir gut mit unangenehmen Gefühlen wegen der Klimakrise umgehen können. Und frage, was sie selbst tut, wenn die Klimakrise sie mal überfordert.

In Folge 2 spreche ich mit Theresa Leisgang, Journalistin und freie Autorin. Zusammen mit ihrem Partner Raphael Thelen hat sie eine Reise gestartet und Menschen getroffen, die schon jetzt unter den Folgen der Klimakrise leiden - zum Beispiel in Südafrika und Mosambik. Sie erzählt, was sie von den Menschen dort gelernt hat und wieso sie gerade mehr Hoffnung hat als noch vor einem halben Jahr.

Nach vier Wochen haben fast 440 Menschen den Podcast gehört, mehr als 200 Menschen haben ihn abonniert. Die nächsten Schritte werden sein, den Podcast bekannter zu machen. Parallel zu den Podcast-Aufnahmen baue ich daher die Social Media Kanäle auf. Auf Instagram, Twitter und Facebook gibt es Tipps von meinen Interviewpartner*innen, Empfehlungen für Bücher und Podcasts, Links zu Artikeln zum Umgang mit der Klimakrise.

Freuen würde ich mich gerade besonders über Unterstützung beim Produzieren der Folgen. Wenn da draußen also idealistische Tontechniker*innen sind, denen die Klimakrise wichtig ist, schreibt mir an: klimagerecht-podcast@posteo.de


Katharina Mau

Katharina Mau dachte lange, sie sei zu introvertiert, um Journalistin zu werden. Inzwischen telefoniert sie im Großraumbüro. Die Volkswirtin hat an der Deutschen Journalistenschule gelernt und schreibt als freie Autorin für diverse Medien. Ihre Schwerpunkte sind die Klimakrise und sozial-ökologische Transformation.

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