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29. Januar 2019

Das schlimmste schönste

Media-Lab-Event

Warum das Bootcamp mit unseren Startup-Bewerbern eine der schlimmsten, aber gleichzeitig auch eine der schönsten und ergebnisreichsten Veranstaltungen für uns im Media Lab ist - und was Lego damit zu tun hat.

Das Bootcamp, in dem wir im Media Lab die Startups für den nächsten Batch unseres Fellowships auswählen, ist einer unserer schönsten und gleichzeitig schlimmsten Termine. Schön, weil wir jedes Mal wieder begeistert sind von den Ideen, Projekten und Menschen, die sich für unsere Förderung bewerben. Und schlimm, weil wir in zwei Runden einige davon enttäuschen müssen.

Da ist zum einen die Vorauswahl. Aus allen Bewerbungen für die Förderung wählt unser Programmteam 15 Teams aus, die drei Tage mit uns in München verbringen. Nur acht davon können wir aber am Ende weiter fördern. Jedes Mal wieder eine harte Entscheidung, für uns, aber natürlich auch für die Teams, bei denen es nicht klappt, aus welchen Gründen auch immer. Die gute Nachricht für die Medienbranche: Die Auswahl wird immer schwerer, denn die Bewerber werden immer besser und professioneller.

Das beeindruckte auch die Jury, in der neben Coach Christian vom The Rainmaker Tribe, Media-Lab-Chefin Lina und Programmchefin Pia auch Lutz Knappmann von der Wirtschaftswoche, Susanne Merkle vom BR und Bianca Stephan von der SevenOne AdFactory saßen. “Bei einigen Ideen frage ich mich schon, warum wir die nicht hatten”, fand etwa Susanne und Bianca forderte schnelleren Einsatz von den Teams: “Viele eurer Produkte würden meinen Alltag effektiv einfacher machen”.

Kein Assessment Center, sondern ein Workshop

Vor dieser Entscheidung standen aber auch dieses Mal wieder drei Tage Bootcamp. Und das ist nicht so schlimm, wie es klingt (das Media Lab ist schließlich nicht Full Metal Jacket und wir haben keinen Sergeant Hartman). Worum es stattdessen geht? Unter professioneller Anleitung durch unsere Coaches die Ideen der Startups zu validieren, die Teams zu motivieren und ihnen Methodenwissen an die Hand zu geben, mit dem sie auch nach dem Bootcamp weiterarbeiten können.

“Besonders geht es uns darum, den Gründern Selbstvertrauen zu geben”, sagt Masiar, einer der Rainmaker. Die Gründer sollen lernen, dass sie mit ihrer Arbeit einen Unterschied machen können. Dazu ist es manchmal nötig, sein Verhalten zu ändern und die Art, wie man Probleme angeht. “Menschen lieben es, Probleme mit Technik zu lösen, weil sie sich dann nicht verändern müssen. Eine Verhaltensänderung ist schwieriger”. Doch genau darum geht es, gerade wenn man die Medienbranche nachhaltig verbessern will.

Übrigens: Manchmal hilft Lego dabei. Alle Bewerber waren gefordert, ihre Vision in Lego darzustellen. Die dahinterstehende Transfer- und Interpretationsleistung hilft bei der Selbstreflexion. Und weil wir alle so positive Kindheitserinnerungen mit dem Bauen verbinden, hilft es auch schüchternen Charakteren, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Was denkt ihr? Welche Visionen verstecken sich hinter diesen Bauwerken?

Die Fähigkeit, zuzuhören, zu lernen und den eigenen Problemlösungsprozess zu überdenken, fließt dann auch als Bewertung in die Entscheidung unserer Jury ein. Zusammen mit der Idee selbst, dem Businessplan und dem zwischenmenschlichen Auftreten der Teams.

Besondere Anerkennung verdient dabei das Team von Penflock. Im Lab angekommen als Blockchain-Verifizierungs-Startup, stellten die Gründer in Nutzerinterviews leider schnell fest: So richtig scheint ihre Idee niemand haben zu wollen. Doch anstatt aufzugeben oder die Schuld bei den Nutzern zu suchen, schnappten sich die Jungs lieber ein paar Energy-Drinks und brainstormten bis tief in die Nacht. Die neue, (gute!) Idee war dann zwar noch nicht Fellowship-ready - aber das ist echter Lab-Spirit!

Unsere Batch-7-Teams

Acht Teams sind erfolgreich aus dem Bootcamp hervorgegangen, und werden ab März unser Batch #7 bilden. Wir werden sie euch natürlich noch näher vorstellen, wenn es soweit ist; Bis dahin teasern wir schon mal ihre Namen an: WasWäreWenn! Design AI! Family Punk! fible! ForFuture! Fusionbase! Rokin! Augmentris!

Wir freuen uns schon auf die neuen Teams - und natürlich auf das nächste Bootcamp. Auch, wenn es dann natürlich wieder eine unserer schlimmsten Veranstaltungen wird.

Text: Christian Simon

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