Events | 18.05.2020

Alles neu macht das Micmuc

Viele Events wandern gerade ins Netz, auch das Media Innovation Camp. Unsere Eventchefin Miriam will trotzdem Networking mit Mehrwert für euch organisieren. Wie sie das macht? Erfahrt ihr hier.

Es kommt ja immer erstens alles anders und zweitens als man denkt. Das diesjährige Media Innovation Barcamp des Media Lab hätte an einem Freitag und einem Samstag im März stattfinden sollen - und noch am Montag davor verschickten wir eine Mail, in der wir den Teilnehmern erzählten, uns trotz des gerade eingereisten Corona-Virus sicher zu fühlen. Zwei Tage später dann: Bedenken, Unsicherheit, Absage. Rückblickend ist es wenig überraschend, dass auch das #micmuc20 wie so viele andere Events nicht physisch stattfinden konnte.

Noch in derselben Nacht, in der der Rest des Teams Fragen enttäuschter Teilnehmer beantwortete, den Ignite-Speakern absagte und die Sponsoren um Entschuldigung bat, machte sich Media-Lab-Eventchefin Miriam schon Gedanken, wie das Micmuc-Gefühl ins Internet übertragen werden könnte.

Die Überlegung war einfach: Wir wollten weiterhin etwas für die (extrem coole, innovative) Micmuc-Community tun, und hatten das Gefühl, das Austauschformate durch Corona extrem zu kurz kommen. Gleichzeitig wussten wir, dass Austausch schwierig ist, wenn man in einem anonymen Zoom-Webinar rumhängt, in dem man unter Umständen noch nicht einmal weiß, wer sonst noch teilnimmt. “Wir wussten noch nicht wie es geht - aber wir wollten dieses Problem lösen”, sagt Miriam heute.

Die nächste Frage war dann, ob unsere Teilnehmer ein digitales Micmuc überhaupt wollen. Würde das Event Sinn ergeben, oder haben alle neben Home Office, Kinderbetreuung und all den anderen Online-Events ohnehin keine Zeit (oder Lust)? Um das herauszufinden, starteten wir im April eine Umfrage, mit der wir alle angemeldeten Teilnehmer des ursprünglichen Barcamps genau das fragten.

Die Ergebnisse zeigen: Ja, ihr wollt auch 2020 nicht auf euer Media Innovation Camp verzichten. Mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie auch an einem digitalen Micmuc teilnehmen würden - und hatten noch eine andere Bitte an uns: Nur nicht zu viel Corona! Klar, das Thema beschäftigt uns alle - trotzdem geht der normale Innovations-Wahnsinn weiter. Und deshalb soll das #micmuc20 explizit kein Corona-Micmuc werden.

Aber was wird das Micmuc denn dann? Und wie will Miriam verhindern, dass es einfach nur “das nächste Onlineevent” wird? Die Antwort ist eigentlich einfach: Nur mit Zoom geht es nicht. “Wir haben uns gefragt: Wie funktioniert Kommunikation eigentlich digital? Und wir kamen zum Ergebnis, dass es, im Vergleich zum physischen Treffen, viel stärker auf Asynchronität ankommt”, sagt Miriam. Den direkten Austausch beim Getränk auf der Post-Barcamp-Party kann das Netz nicht ersetzen - aber es hat andere Vorteile. Das man nicht sofort antworten muss, zum Beispiel. Das man nochmal etwas nachsehen, und wichtige Dinge einfach kopieren und speichern kann.

Anstatt zu versuchen, das Networking auf einem normalen Micmuc einfach zu kopieren, wird es deshalb parallel zu den Sessions auf Zoom einen eigenen Slack-Channel geben - exklusiv für die Teilnehmer. Darüber wird der Austausch in größeren Gruppen organisiert, über Slack-Calls wird es aber auch die Möglichkeit geben, sich mit anderen Personen einzeln auszutauschen. Seid gespannt - mit ein paar Tricks wollen wir sicherstellen, dass sich auch Personen unterhalten, die sich vorher noch nicht kannten. Und dann wird die Slack-Community auch über den 22. Mai hinaus bestehen, um asynchrones Netzwerken möglich zu machen.

Auch für uns ist das natürlich das erste Mal, dass wir mit einer Situation wie dem Corona-Virus umgehen müssen - und bessere Online-Events zu erfinden versuchen gerade viele. Wir glauben, dass wir eine gute Lösung gefunden haben, aber am Ende kommt es natürlich auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an: Seht es euch an, macht mit und sagt uns, wie ihr es findet! Auf unserer Eventseite könnt ihr euch nach wie vor für eine (kostenlose!) Teilnahme bewerben.

“Ich weiß, dass es ein geiles Event war, wenn wir am Ende im Zoom Call nur kaputte, aber glückliche Gesichter sehen - und wenn die Community auf Slack auch eine Woche danach noch lebendig ist”: Das ist die Erfolgsdefinition unserer Eventchefin. Ob das klappt, werden wir erst nach diesem etwas anderen Micmuc wissen. Bis dahin: Habt ihr Fragen oder Anregungen? Meldet euch unter hi@media-lab.de. Wir freuen uns auf euch!



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