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Bei Anruf Literatur

 

Eingereicht von: Alexandra von Knobloch

Bei der Aktion "Bei Anruf Literatur" lesen Journalisten und Freiwillige Nutzern am Telefon vor - direkt und persönlich im 1-zu-1-Gespräch. Die Nutzer können sich einfach per Telefon registrieren und benötigen keine Technikkompetenz. In einem zweiten Schritt können die Lesungen als Audiodateien oder Podcasts vermarktet werden, auch weitere Vermarktungsoptionen sind denkbar.

Welchen Mehrwert bietet die Lösung nach der Corona-Krise?
Die Inhalte aus der Aktion „Bei Anruf Literatur“ lassen sich nach der Corona-Krise weiterverwenden und für neue Vermarktungsmöglichkeiten nutzen. Zum einen werden Anlässe für Folge-Geschichten geschaffen: Die Abhängigkeit vom Terminjournalismus bleibt daher auch eine ganze Weile nach dem Shutdown gering. Zum anderen wird der Imagegewinn der Medienmarke ebenfalls nachwirken.

Zusätzlich lässt sich die Aktion auf vielfältige Weise nutzen: Im Digitalen kann man zum Beispiel die besten Audios oder Videos hinter eine Bezahlschranke setzen, beispielsweise die bekanntesten Sagen aus der Region, die Lieblingsbücher der Nutzer oder die Lesungen der besten Vorlese-Stimmen. Dieser Content ist exklusiv und auf die Region zugeschnitten – ein Angebot, das es nicht schon zigmal im Netz gibt. "Bei Anruf Literatur" kann zugleich auch ein Markttest sein: Besonders erfolgreiche Lesungen lassen sich nach Corona als Podcast ausbauen. Ebenfalls denkbar: Märchen oder Kurzgeschichten, die besonders gut ankamen, als Lese-Bezahlangebot aufzubereiten.

Wenn Veranstaltungen wieder möglich sind, lässt sich die Aktion in eine Reihe mit (eintrittspflichtigen) Lesungen überführen, die eine Zeitung veranstalten kann, sobald Zusammenkünfte wieder möglich sind. Ebenso denkbar: Buchbände oder Hörbücher aus dem vorhandenen Material.

Welche Voraussetzungen muss ein Medienhaus erfüllen, um mit eurer Lösung zu arbeiten?
In jeder teilnehmenden Redaktion, auch der Online-Redaktion, wird ein Redaktionsmitglied benötigt, dass das Projekt koordiniert. Der Aufwand entspricht dem anderer Sonderprojekte, wie etwa der Berichterstattung über eine Olympiade. Sind mehrere Redaktionen beteiligt, wird zusätzlich ein Gesamtprojektleiter benötigt. Den Content an sich erstellt die Redaktion, wie üblich, selbst und mit vorhandenen freien Mitarbeitern, bzw. zusätzlichen Freiwilligen.

In Vertrieb und Verwaltung werden – je nach Größe des Medienhauses und des tatsächlich geplanten Umfangs der Aktion – ein bis zwei feste Mitarbeiter benötigt, die diesen Teil des Projekts steuern und die telefonische Registrierung abwickeln.
In der IT-Abteilung werden ein bis zwei feste Mitarbeiter benötigt, die den IT-Teil des Projekts betreuen, Redakteure, Freie und Freiwillige bei technischen Fragen unterstützen und außerdem – falls nötig – entweder selbst die Implementierung neuer Tools übernehmen oder diese zusammen mit externen Dienstleistern umsetzen.

Viel Zeit ist nicht nötig: In der simpelsten Variante und sofern das Equipment vorhanden ist, kann das Projekt nach drei Tagen Vorbereitung mit den ersten Registrierungen starten. Werden Dienstleister eingebunden und/ oder Tools angeschafft, kann sich der Vorlauf verlängern. Über die normalen Arbeitszeit der Beteiligten hinaus sollen keine Überstunden anfallen.

Auch finanziell ist das Projekt überschaubar: In simplen Varianten oder bei bereits vorhandener Ausstattung entstehen keine zusätzlichen Kosten. Ansonsten müssen einige geringe Kosten von ca. 120 Euro pro Monat für Podcast-Services oder für 0800-Nummern eingerechnet werden. Mikrofone für gute Audio-Aufnahmen, falls Podcasts angestrebt werden, gibt es schon ab ca. 90 Euro pro Stück. Falls externe Dienstleister herangezogen werden, wird eine Redaktion wahrscheinlich auf bekannte Partner zurückgreifen. Mehr als ein Tagessatz sollte selbst bei großem Anpassungsaufwand nicht nötig sein.


So funktioniert die Lösung in der Praxis:
Eine Regionalzeitung hat z.B. fünf Lokalredaktionen, in denen jeweils zwischen einem und sieben Lokalredakteur*innen arbeiten, außerdem hat sie eine Online-Redaktion, die alle Angebote ins Netz bringt.
Drei Lokalredaktionen und die Online-Redaktion entschließen sich, „Bei Anruf Literatur“ umzusetzen. Solange es strenge Ausgangsbeschränkungen gibt, sollen aus dem Einzugsgebiet jeder Lokalredaktion je 50 Abonnent*innen (Senior*innen oder auch Kinder, die natürlich über ihre Eltern angemeldet werden) die Chance erhalten, zweimal pro Woche für 20 Minuten individuell vorgelesen zu bekommen. Die eigentliche Lesung dauert 17 Minuten. 3 Minuten begrüßen sich Vorleser*in und Nutzer*in, fragen, wie es geht und reden kurz über die gelesene Geschichte.

Vorab mobilisiert die Zeitung aus dem Pool ihrer Freien oder Festangestellen mit Kapazitäten pro Redaktion vier Leute, die gut und gerne vorlesen. Pro Tag hat eine Vorleser*in damit maximal 5 Vorleserunden zu erledigen. Außerdem organisiert die Redaktion mit der Stadtbücherei, welchen Lesestoff sie zur Verfügung stellen kann. Geeigent sind natürlich kürzere Geschichten, aber auch Lieblingskapitel aus großen Romanen.

In einem Print-Artikel und mehreren Folgebeiträgen (die auch Online ausgespielt werden) kündigt die Redaktion die Aktion an und erklärt detailiert die Modalitäten (mehr dazu im Implementierungs-Sheet).
Mindestens eine* der Vorleser*innen erklärt sich bereit, bestimmte Stücke auch aufzuzeichnen – nicht live, sondern in aller Ruhe. So entsteht Content für später.

Parallel startet die Zeitung im Print (und Online) den Aufruf, dass begabte Vorleser*innen gesucht werden. Je nachdem, wie viele sich melden, wie gut sie geeignet sind und wie viel Zeit sie haben, kann man diesen Leuten je einen Vorleseauftrag pro Woche übergeben – oder auch mehr.

Am Starttag können interessierte Abonnent*innen sich im Vertrieb telefonisch anmelden. Deshalb ist das Angebot besonders barrierefrei und auch für die Ältesten geeignet. Sind die Modalitäten geregelt und ist der Vorlesestoff individuell ausgemacht, startet das Angebot.

Die Lokalredaktion begleitet die Aktion mit Artikeln über die Teilnehmer*innen (auf Vorlese- und Zuhörseite), ihre Lieblings-Vorlesestücke und so weiter. Zusätzlich kann sie Artikel über die vorgestellte Literatur verfassen, z.B. über regionale Schriftsteller, didaktisch besonders wertvolle Kinderbücher, den Wert des Lesens für Kinder und Senioren an sich, den Wert von direkten Telefon-Kontakten in Zeiten von Corona oder ähnliches. Mehr geht immer.
Parallel, aber zunächst nicht für die Nutzer zugänglich, entstehen die Angebote, die später monetarisiert werden, z.B. Bezahl-Audios und/oder erste Stücke für einen bezahlten Podcast.

Je nachdem, wie gut das Angebot anläuft, steuert die Redaktion ihre Berichterstattung, beschleunigt oder bremst.
Ist absehbar, wann der Shutdown endet, kündigt die Redaktion im Print die weiteren Pläne an. Am wenigsten Aufwand bedeutet es, wenn die Aktion mit dem Corona-Shutdown endet. Alternativ kann das Medium dann die weiteren Inhalte starten, die es im Hintergrund vorbereitet hat.


Die Lösung ist ein...
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