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Was Medienmacher 2019 beschäftigt

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26. März 2019

Was Medienmacher 2019 beschäftigt

Das vierte Media-Lab-Barcamp, das erste #micmuc: Zwei Tage lang netzwerkten, brainstormten und lernten knapp 200 Teilnehmer.

Zwei Tage Innovations-Barcamp bei Google in München: Welche Themen innovative Medienpeople bewegen und wie man daraus die besten Ideen macht.

Das vierte Media-Lab-Barcamp, das erste #micmuc: Zwei Tage lang netzwerkten, brainstormten und lernten knapp 200 Teilnehmer. Die Motivation war riesig: Als es barcamp-typisch an die Vergabe der 40 Slots ging, war der Andrang so groß, dass es am Ende sogar 47 Veranstaltungen gab. Einige wurden kurzerhand in den Park auf der gegenüberliegenden Straßenseite verlagert. Alle Fotos vom Event findet ihr hier.

Dabei war das #micmuc kleiner als sein Vorgänger, das Digital Media Camp. Im größten Raum bei Google haben etwa 190 Menschen Platz, bei 200 Teilnehmern war das mehr als ausgereizt. Trotzdem waren das immer noch fast 150 Menschen weniger, als letztes Jahr im Foyer der Süddeutschen Zeitung zu Gast waren. Die, die ein Ticket ergattern konnten, waren hochmotiviert.

Ziemlich genau 50 Prozent der Gäste waren Barcamp-Veteranen, der Rest zum ersten Mal dabei. Unter anderem auch Florian Herrmann, der neue Staatsminister für Medien in der aktuellen bayerischen Regierung und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei.

“Ich würde auch in der Staatskanzlei gerne mal ein Barcamp abhalten, zum Beispiel in der Kabinettssitzung”, sagt der CSU-Politiker im Gespräch mit Media-Lab-Chefin Lina Timm. Ihn fasziniert das Disruptive an den digitalen Medien und der ungefilterte Zugang zu Informationen. Wichtigste Herausforderung für ihn: Filterblasen, die er auch bei sich selbst feststellt: “Man hat einfach zu wenige Freunde, die man nicht mag”.

AI, Innovationsmanagement und Diversität

Bei der folgenden Session-Vergabe zeigt sich schnell, welche Themen die anwesenden Medienleute beschäftigen. Neben Sessions, in denen unter anderem Microsofts Chefredakteur Florian Stickel neue AI-Anwendungen vorstellt, sind besonders auch Sessions zum Innovationsmanagement gefragt. Wie kann Medieninnovation beschleunigt werden? Wie die Mitarbeitermotivation gesteigert?

Ein anderes Zukunftsthema kommt aus einer erfreulichen, aber für viele Teilnehmer etwas unerwarteten Ecke: Ein männlicher Teilnehmer betritt die Bühne. “Hi, ich suche nach Frauen”, beginnt er seinen Session-Pitch. Das nervöse Gelächter lässt schnell nach, denn der Teilnehmer hat ein ernstes Anliegen: Er arbeitet in einer IT-Firma mit einem guten Dutzend männlicher Kollegen. “Eine Pimmel-Party”, sagt er selbst. Er will das ändern und fragt deshalb in seiner Session: Wie machen wir das? Das große Interesse von Männern an diesem Slot scheint ein wachsendes Problembewusstsein zu zeigen. Wir finden das super!👍

Marie Kilg erklärt, wie man Twitter-Bots ganz einfach selbst baut.

Ein weiteres Highlight lieferte der Talk von Amazon-Redakteurin Marie Kilg: Sie baut hobbymäßig Twitter-Bots und hat unter anderem Robotius gebaut, der die Affäre um den Spiegel-Fälscher Claas Relotius satirisch aufbereitet. In ihrem Talk erklärte sie, wie jeder ganz einfach selbst einen Bot bauen kann — und führt das sogar live vor. Der Media-Innovation-Bot liefert euch ab sofort die innovativsten Innovationsideen frei Haus!

Von Googles hauseigenem Catering-Team hervorragend bewirtet, lieferte die Party am ersten Abend Gelegenheit zum Networking im und außerhalb des berühmten Media-Lab-Bällebads. Hier zeigte sich auch der Vorteil der kleineren Veranstaltung: Nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, sich ausschließlich in der Gegenwart mehr oder weniger Bekannter Menschen zu befinden. Und am Morgen des zweiten Tages haben sich neue Freunde gefunden.

Doch wer glaubt, dass wir unsere Gäste mit neuen Kontakten und interessantem Input einfach so gehen lassen würden, der kennt das Media Lab schlecht. Und deshalb durften die Teilnehmer zum Abschluss noch in einer von unserem Coach Ralf Westbrock geleiteten Ideation-Workshop nach konkreten Ideen suchen.

Die Methoden dabei kann jeder auch in seinem Team und seinem Unternehmen ausprobieren, und sie funktionieren wie folgt:

1. Ein Problem finden

Beim #micmuc haben wir dafür über den Verlauf des Barcamps die Probleme der Teilnehmer an einer Pinnwand gesammelt. Wie ihr das angeht ist eigentlich egal, wichtig ist nur: Startet mit einem Problem, nicht mit einer Idee!

2. Das Problem definieren

Ideation kann nur funktionieren, wenn alle Teilnehmer von derselben Sache sprechen. Nehmt euch deshalb ein paar Minuten, um ohne Wertung alle Aspekte zu brainstormen, die ihr mit dem Problem in Verbindung bringt.

3. Ideen sammeln

Danach geht es ans Sammeln der Ideen, unser Coach schwört dazu auf “Crazy Eight”: Ein Blatt Papier pro Teilnehmer wird in acht gleich große Felder aufgeteilt. In jedes Feld schreibt dann jeder Ideator für sich eine Lösungsidee — und zwar in 60 Sekunden pro Feld. Danach geht es im nächsten Feld mit einer völlig neuen Idee weiter.

4. Ideen aufschreiben

In diesem Schritt werden die Ideen im Team vorgestellt und auf Post-Its übertragen. Dabei geht es noch nicht um Diskussion oder Austausch. Wenn aber jemand noch eine Idee hat, kann er sie natürlich in den Prozess einbringen

5. Ideen gruppieren

Jetzt können Verständnisfragen geklärt und die Ideen thematisch passend sortiert werden. Auch hier soll noch nicht diskutiert und bewertet werden: Diese Methode dient erst einmal nur dem schnellen finden vieler Ideen.

6. Ideen bewerten

Jeder Teilnehmer hat drei Stimmen, die er verteilen oder gruppieren kann. Ta-daa: Am Ende habt ihr eine oder mehrere Ideen gefunden, die auf das Interesse der anderen Teilnehmer stoßen und mit denen ihr weiter arbeiten könnt. Das aussortieren ist dabei wichtig: Man neigt sonst dazu, in Ideen zu “ertrinken”.

Wir sind schon gespannt auf eure Ideen! Das nächste Barcamp kommt bestimmt, und das Media Lab steht euch dazwischen immer zur Verfügung, wenn ihr Hilfe bei der Umsetzung eurer Innovationen braucht. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr! Kommst du?

Fotos: (c) David-Pierce Brill